Freitag, 21. Juli 2017

Bloggeburtstag! Zwei Jahre Jessys Momente

Juli-Special

Zwei Jahre sind eine – sagen wir – mittellange Zeit. Es gab Zeiten, in denen ich sehr intensiv gebloggt habe. Es gab Zeiten, in denen es etwas weniger gut lief, weil ich auch weniger gelesen habe. Ich habe es aber immer noch nicht satt, noch lange nicht, euch meine Gedanken zu Büchern aufzuschreiben :-)

Ich arbeite immer noch in der Buchbranche und darüber bin ich sehr froh. Aber neben einem Vollzeitjob bleibt weniger Zeit für die Hobbys und ich muss mich oft zusammenreißen, nach einem Arbeitstag nicht einfach nur vor dem Fernseher zu lümmeln.

Aber heute ist Geburtstag und an solchen Tagen gibt es Geschenke! Ich habe etwas für euch: Caraval von Stephanie Garber (auf Deutsch oder Englisch), supersüße Eulen-Lesezeichen und leckere Teesorten :-)



Kommentiert einfach hier unter diesem Beitrag, warum ihr Caraval gerne hättet :-)
Für weitere Chancen könnt ihr auch auf Instagram, Google+ und Facebook den Beitrag zum Bloggeburtstag kommentieren. Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

Jetzt aber noch sentimentale Geburtstagsworte.
Ich freue mich immer über jeden einzelnen Klick und Kommentar, hier und auf den Social-Media-Kanälen. Ihr könnt hier mittlerweile 51 Rezensionen lesen, 18 Mal drei Lesetipps bekommen und 20 Specials zu verschiedenen Buchthemen anschauen. Bei jedem Post hoffe ich, dass er euch gefällt und dass ihn jemand bis zum Ende liest :-D Ich werde sobald nicht mit dem Bloggen aufhören, weil mir das Schreiben und das Ausdenken wirklich viel Spaß machen und ich mich immer freue, wenn jemand sich Informationen, Anregungen und nette Gespräche bei mir holt :-)

Auf die nächsten zwei Jahre!
Liebe Grüße
Eure Jessy

Samstag, 15. Juli 2017

Drei Lesetipps im Juli

Die Sommerlesetipps kommen diesen Monat von Chrissy (IG: library_of_imaginations). Vielleicht ist ja etwas für euch dabei und ihr könnt im Urlaub, in den Ferien oder am entspannten Wochenende die Seele baumeln lassen :-)

Chris Colfer: Stranger than Fanfiction

Als vier Fans ihren Show-Star Cash Carter spaßeshalber auf einen Roadtrip einladen, konnten sie nicht ahnen, dass er zusagt. Was sie auf der rasanten Reise erleben und über den realen Menschen hinter ihrem Idol herausfinden, füllt ein aufregendes Buch. Eine Geschichte über Realität, Freundschaft und die Macht des Fernsehens.




Lauren Owen: The Quick

Mal wieder etwas Übernatürliches? In diesem Buch reist der Leser nach England in eine frühere Zeit, in der Mysterien noch wie Nebel über alten Häusern hingen. Es geht um zwei Geschwister, die allein aufwachsen und in diese mysteriöse Welt eintauchen. Abenteuer in einem gruselig anmutenden London.




Mitch Albom: Tuedays with Morrie

Die Geschichte von Mitch und Morrie beruht auf dem echten Leben des Autors. Er erfährt, dass sein ehemaliger Soziologieprofessor an der tödlichen Krankheit ALS erkrankt ist. Er besucht ihn und aus dem ersten Treffen wird ein weiteres und ein weiteres. Jeden Dienstag treffen sich die beiden Männer und sprechen darüber, was das Leben bereithält und was es den Menschen beibringen kann.



Ich wünsche euch einen schönen neuen Lesemonat mit tollen Büchern. Habt ihr schon einen Juli-Favoriten?

Sonntag, 9. Juli 2017

Robin Roe: Der Koffer

Königskinder Verlag. Hamburg. 2017
Original: A List of Cages (Hyperion. New York. 2017)






Wie ich meinen Lese-Flow wiedergefunden habe

Handlung

Julian und Adam gehen zur selben Schule. Julian ist ein in sich gekehrter 14-Jähriger, der bei seinem aggressiven Onkel wohnt. Adam ist in der zwölften Klasse und bei seinen Mitschülern sehr beliebt. Doch beide haben mit ihrem Alltag zu kämpfen. Julian muss aus sich heraus kommen und sich gegen die Ungerechtigkeiten in seinem Leben durchsetzen. Adam hat mit ADHS zu kämpfen und mit seinen Gefühlen für die Klassenkameradin Emerald.

Meinung

Das Buch lässt sich in einem runterlesen. Das liegt an der angenehmen Sprache und an der spannenden Handlung. Der Plot als Gesamtes weist einen kontinuierlich steigenden Spannungsbogen auf, trotzdem hätten einige Szenen detaillierter ausgeführt werden können und es hätte gerne noch ein oder zwei Konflikte mehr geben können.

Die Handlung findet an einer amerikanischen Highschool statt. Julian und Adam treffen sich in der Schule und der Leser lernt direkt, dass die beiden sich kennen. Erst nach und nach werden alle Geschehnisse aus der Vergangenheit aufgedeckt, besonders Julians Vergangenheit bleibt in allen Einzelheiten lange unklar.
Insgesamt geht es eher um Julians Leben und die schlechten Erfahrungen, die er macht. Als Leser wollte ich wissen, was ihm widerfahren ist, was er aus den geschilderten Situationen macht und ich fieberte mit ihm mit, wollte ihm helfen und alles mit ihm durchstehen.
Wie gesagt werden die wirklich tiefgreifenden, spannenden Situationen, auf die lange hingearbeitet wird, an manchen Stellen wenig ausgearbeitet. Ich habe mir noch mehr Gedanken und Gefühle gewünscht, durch die ich tiefer in die beiden Jungen hätte blicken könnten.

Doch auch so bekommt man von den beiden einen guten Eindruck.
Die Figuren erzählen abwechselnd aus der Ich-Perspektive von ihren Erlebnissen und davon, wie sie den anderen sehen und mit ihm interagieren. Es ist interessant, wie das Verhalten aus der jeweiligen Ich-Erzählung logisch nachvollzogen werden kann, während sich die jeweils andere Figur fragt, warum der andere tut, was er eben tut.
Der Leser erlebt mit dem introvertierten Julian, wie anstrengend und beängstigend eine Party sein kann, während der ruhelose Adam keine Probleme hat, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Beiden fehlt es aber völlig an den Charakterzügen des anderen. Manchmal kam mir Julian auf seine Ängste und seine Passivität reduziert vor.

Die Freundschaft zwischen den beiden aber ist eine spannende Geschichte mit Höhe- und Tiefpunkten, die sich extrem schnell und flüssig lesen lässt. Die Sprache ist verständlich und die Spannung baut sich hoch auf. Es gibt vieles über die beiden und ihre eigenen Geschichten zu entdecken und der Plot wird rasant bis hin zu gefährlich.

Der Koffer ist ein gutes Buch für entspannte Leseabende zwischendurch über zwei Jugendliche, die ihrem eigenen Leben entfliehen.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!

Spoiler: Robin Roe: Der Koffer

zum Haupt-Post ohne Spoiler

Habt ihr das Buch gelesen?

Wie im Haupt-Post geschrieben, hätte ich mir manche Szenen detailreicher vorstellen können. Adams Zeit mit Emerals zum Beispiel, die Momente unmittelbar nachdem Julian von seinem Onkel misshandelt wurde oder die Stunden nach dessen Tod.
Auch Julians Zeit im Koffer hätte noch dramatischer beschrieben werden können.

Womit ich nicht sagen will, dass das Buch undramatisch ist, im Gegenteil. Was Russel seinem Neffen antut ist furchtbar und die Folgen sind schwer. Dass Julian dabei immer noch zum Teil empfindet, dass sein Onkel Recht haben könnte, ist traurig. Zwischendurch hatte ich fast Beklemmungen, weiterzulesen, weil man wusste, wozu Russel fähig ist.

Adams Sorge um Julian im Krankenhaus ist extrem. Es wird aber nur am Rande erwähnt, was das aus seinem sozialen Leben macht. Der Leser bekommt mit, dass Emerald sich von ihm abwendet, doch das dringt nicht die Gedanken vor, die der Leser von ihm mitbekommt. Zunächst dachte ich, jetzt erlebt Adam einen Wandel zurück zu einem unruhigen, aufsässigen und introvertierten Teenager. Doch so groß ist es dann nicht.

Aus diesem Grund ist der Abfall nach dem Höhepunkt sehr lang. Adam befreit Julian aus dem Koffer und bringt ihn ins Krankenhaus. Es geht ihm wieder besser und das könnte das Happy End sein. Doch die Geschichte zieht sich noch etwas weiter. Außer Russels Tod, der irgendwie unspektakulär ist, passiert jedoch nichts Nennenswertes.

Was hat euch gut und nicht so gut gefallen?


Montag, 3. Juli 2017

Zitat zum Wochenstart

Robin Roe: Der Koffer. Königskinder Verlag. Hamburg. 2017. Seite 12.

Mögen eure Tarnumhänge richtig funktionieren, wenn ihr denn einen braucht.
Eine schöne neue Woche euch!

Sonntag, 2. Juli 2017

Quartal Zwei – Rück- und Ausblick

Der Juli ist da und bringt wechselhaftes Wetter. 2017 ist zur Hälfte vorbei und ich fühle mich fast ein bisschen schuldig, mir im Juni-Special Regen gewünscht zu haben. Aber der Reihe nach.

April, Mai, Juni: Drei Monate voller privater Irrungen, Wirrungen und mit weniger gelesenen Seiten. Dass das aber auch immer so abhängig von der eigenen Konzentration ist!
Das erste Buch des Quartals war der dritte Teil von Ursula Poznanskis Beatrice-Kaspary-Reihe: Stimmen. Vier Seifenblasen habe ich dafür verteilt :-) Der vierte und neueste Fall war auch unter meinen Lektüren: Schatten erntete dreieinhalb Seifenblasen.
Endlich habe ich auch Die Welle von Morton Rhue gelesen. Ebenfalls vier von fünf Seifenblasen für dieses Buch, das wirklich jeder gelesen haben sollte!

Speziell wurde es in den monatlichen Specials. Im April habe ich euch meine liebsten Cover vorgestellt und erklärt, warum ich sie mag und warum manchen Buchumschläge nicht so mein Fall sind. Kauft ihr nach Covern? Welches hat euch posititiv oder negativ überrascht? Zum April-Special Cover Love.
Im Mai, zum Vatertag, habe ich festgestellt, dass mein Papa einen großen Einfluss auf meine Buchauswahl gehabt hat und immer noch hat. Warum ich lese, was ich lese.
Und als drittes: Mein Wunsch nach Regen. Kennt ihr das? Die Sonne scheint, die Freunde wollen was unternehmen, man hat das Gefühl, man sollte mal nach draußen. Da lobe ich mir doch manchmal das schlechte Wetter, wenn ich mir einen Tee machen und mich in meine Profi-Kuscheldecke wickeln kann und dann in einem Buch verschwinde! Das Buchnerd-Problem Wetter.

Natürlich gab es auch Lesetipps von meinen Freunden für euch! Hier geht es zu allen Buch-Anregungen :-)

Im April ist außerdem Terry Pratchetts Geburtstag, da kann ich nicht einfach dran vorbeigehen.

Dieses Quartal war es soweit: Ich habe gestern offiziell mein Current Read abgebrochen, weil es mich zu sehr gelangweilt hat. Leider passiert im zweiten Teil der Cassia-und-Ky-Reihe Die Flucht kaum etwas. Damit geht es mir eigentlich nicht so gut, aber hier erkläre ich meine Gründe.

Meine Kollegin hat mir ein Buch ausgeliehen: Der Koffer von Robin Roe. Und das ist jetzt stattdessen dran. Da ich ständig verspreche, wieder mehr zu lesen, und ich mir selbst dazwischen komme, höre ich mit dem Eintrag an dieser Stelle auf und lese weiter in diesem Buch.

Ich hoffe, ihr hattet schöne drei Monate und tolle Bücher, die ihr gelesen habt! Auf drei neue Monate voller spannender Seiten!


Donnerstag, 29. Juni 2017

Leseflaute, die Erste

Was ist los?

Mein aktuelles Buch fesselt mich leider so gar nicht. Es ist für mich zurzeit eine verschlossene Lektüre und ich habe den passenden Schlüssel nicht. Die Flucht fesselt mich so gar nicht. Nach einer halben Seite schweifen meine Gedanken ab und ich starre nur noch auf die Buchstaben. Ich erinnere mich auch kaum, was bisher passiert ist.




Ist das schon einmal passiert?


Bestimmt. Allerdings nicht in letzter Zeit, dass ich mich gut daran erinnern könnte. Ich habe auch schon ungefähr ... sagen wir fünf Bücher in meinem Leben abgebrochen. (Ich glaube, das ist wenig?) Ich möchte diese Geschichte eigentlich nicht abbrechen, denn der erste Teil hat mir so gut gefallen, und was ich so höre, ist der dritte Teil auch gut.

Woran kann das liegen?

Meine Gedanken sind im Moment eher mit anderen Dingen beschäftigt. Außerdem bin ich nach der Arbeit zurzeit sehr müde und wenn ich doch noch Energie habe, dann stecke ich sie in Instagram-Fotos, Blogposts und selbstgeschriebene Texte. Dass der zweite Teil dieser Trilogie mich langweilt, kommt dazu. Davon abgesehen wohne ich in einer lebhaften WG und möchte immer bei allem dabei sein.

Was also tun?

Wie gesagt, möchte ich das Buch ungern ganz abbrechen. Trotzdem muss ich da jetzt irgendwie schneller mit voran kommen. Deswegen scheint dies eine gute Gelegenheit, das Querlesen zu üben und einfach alle Passagen zu überspringen, die nicht interessant erscheinen. In kleineren Fällen von Leseflaute lese ich manchmal einfach nur die wörtliche Rede. Das ist hier leider nicht möglich.
Es gibt viele Tipps, eine Leseflaute zu meistern: Gar nicht lesen, Serien schauen, das Lieblingsbuch noch einmal lesen, ein komplett anderes Genre ausprobieren. Aber ich will durch dieses Buch :-D

Was bedeutet das?

Ob und wie ich Die Flucht dann rezensiere, weiß ich noch nicht. Stattdessen werde ich mir die Tage ein Buch aus meinem Regal suchen, das ich schon gelesen habe, bevor es diesen Blog gab, und euch dazu etwas schreiben. Wie es mit dem dritten Teil für mich aussieht, entscheide ich dann nach der Einholung von anderen Meinungen dazu.

Wie geht ihr mit Leseflauten um? Brecht ihr viele Bücher ab? Und liegt das nur am Buch selbst oder auch an äußeren Umständen?


Montag, 26. Juni 2017

Zitat zum Wochenstart

Veronica Roth: Divergent. HarperCollins Publishers. 2011. Seite 379.
So just be yourself.
Eine wunderschöne neue Woche euch!

Dienstag, 20. Juni 2017

Immer, wenn es regnet – Buchnerd-Problem „Wetter“

Juni-Special

Es gibt Tage, und es gibt sie häufig, da hoffe ich auf schlechtes Wetter. Warum ist das so?

Ich bin ein Buchnerd und dementsprechend lese ich gerne. Leider ist das oft ein sehr einsames Hobby. Zwar können zwei Menschen nebeneinander sitzen und lesen oder sich gegenseitig etwas vorlesen, aber das ist nicht mein Fall. Man kann über Bücher reden und diskutieren, aber dafür muss man das jeweilige Buch natürlich gelesen haben.

Schlechtes Wetter eignet sich ganz wunderbar zum Lesen. Diese Regentage, an denen die Tropfen an die Fensterscheibe klopfen, man im Bett oder auf dem Sofa liegt, mit Buch und Tee und einer Profi-Kuscheldecke. Das sind doch die schönsten Tage! Das kontinuierliche Prasseln und die behagliche Stimmung begleiten einen in ferne Welten, in Abenteuer rund um den Globus und die Heimat unserer Herzen.

Scheint die Sonne, hat man dieses furchtbare Gefühl, nach draußen gehen zu MÜSSEN. Gut, ich übertreibe, draußen ist es schön, andere Menschen können durchaus nett sein und Vitamin D sollte man nicht unterschätzen. Man kann natürlich auch draußen lesen, auf dem Balkon, im Garten, im Park an einen Baum gelehnt. Das ist allerdings lange nicht so gemütlich wie das Bett.

Immer, wenn es regnet, dann darf man etwas grummelig sein und sich in seinen Privatbereich zurückziehen. Dann akzeptieren auch die anderen Leute, die Muggel, dass man lieber alleine zu Hause sitzt und seine Nase in ein Buch vergräbt.

Manchmal freue auch ich mich über gutes Wetter. Meistens freue ich mich, wenn meine Freunde etwas mit mir unternehmen wollen. An manchen Tagen tue ich so, als sei ich kein Buchnerd. Aber mein Herz schlägt höher, wenn ich Bücher sehe, es schlägt wilder, wenn ich Zeit zum Lesen habe. Mein Herz klopft wie die Tropfen am Fenster, immer, wenn es regnet.




Montag, 19. Juni 2017

Zitat zum Wochenstart

Ally Condie: Die Flucht. FISCHER Taschenbuch: Frankfurt am Main. 2014. Seite 106.

... aber ich finde, man kann das ruhig trotzdem machen, wenn es hilft ;-)
Ich wünsche euch eine schöne neue Woche, möglichst ohne Tränen!

Donnerstag, 15. Juni 2017

Drei Lesetipps im Juni

Sommer! Mit durchwachsenem Wetter zwar, aber immer öfter schickt die Sonne ihre heißen Strahlen in unsere Breitengrade. Doch wenn es zu warm ist oder gar ein Gewitter alles durchnässt, dann liegt man auf der faulen Haut und schnappt sich am besten ein Buch. Hier sind drei Empfehlungen von einer Freundin, mit denen ihr durch jedes Sommerwetter kommt:

Paul Auster: Sunset Park

Miles Heller flieht vor seiner Vergangenheit. Er hat alle Kontakte zu seinem früheren Leben abgebrochen und reist jahrelang durch die USA. Auf seiner Suche nach einem Ort ohne Gewissensbisse kommt er durch mehrere Staaten und an mehreren Menschen vorbei. Aber die Vergangenheit holt jeden wieder ein und als ein alter Freund ihn fragt, nach New York zurückzukommen, willigt Miles ein.



Nils Mohl: Es war einmal Indianerland

Der Protagonist ist 17 und der Sommer in Hamburg ist heiß. Der Ich-Erzähler dieser Coming-of-Age-Geschichte durchstreift allein die trostlose Betonwelt eines Vorortes. Bis er im Schwimmbad Jackie trifft. Sie verdreht ihm völlig den Kopf, trotzdem entgehen ihm nicht die anonymen Briefe, die er bekommt, oder der Indianer mit der Federkrone. Was ihm entgangen ist, waren die Geheimnisse seines Vaters. Aber als er ihn besucht und dessen neue Frau erwürgt vorfindet, steht sein Leben mehr auf dem Kopf als zuvor.







Anja Jonuleit: Herbstvergessene

Maja hat seit einem Jahrzehnt nicht mehr mit ihrer Mutter gesprochen – und nun ist diese tot. Doch an den angeblichen Selbstmord glaubt Maja nicht und begibt sich auf eine Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie. Dabei stößt sie auf Geheimnisse, die auch ihr eigenes Leben erschüttern.


Vielleicht ist ja etwas für euch dabei und ihr habt ein paar weitere spannende Stunden bei Sonnenschein oder Gewitter. Noch einen schönen Feiertag euch und dann ein tolles Wochenende!

Sonntag, 4. Juni 2017

Spoiler: Ursula Poznanski: Schatten

zum Haupt-Post ohne Spoiler

Ich lag mit meiner Vermutung, wer der Mörder ist, in erster Linie daneben. Bis der Ex-Mann Achim niedergeschlagen wurde, war ich sicher, er sei der Gesuchte. Mein zweiter Favorit aber bestätigte sich tatsächlich. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, ab wann Vasinski für mich als Täter infrage kam. Spätestens ab den Fragen, die er Beatrice über das Notebook stellt. Es ist gut gemacht, dass man als Leser Beas Vermutung und den Namen auf der Tageszeitung zunächst nicht genannt bekommt. Das hat mich die letzten paar Seiten sehr schnell und spät in der Nacht durchlesen lassen.

Wie es Achim geht, würde ich gerne wissen. Irgendwie stört es mich, dass Bea in der Kinderbetreuungssache jetzt durch so einen Zufall Glück hat.

Der Einblick in Florin war auch sehr interessant, besonders was seine Vorliebe für Alkohol betrifft. Außerdem seine Überforderung mit der Situation, die das makellose Bild von ihm aus den letzten Thrillern gesprengt und dafür detailreicher gemacht hat. Ich bin gespannt, aus welcher Sicht eine mögliche weitere Geschichte geschrieben wird.

Ursula Poznanski: Schatten

Teil vier der Beatrice-Kaspary-Reihe, enthält Spoiler zu den ersten Teilen

Zum ersten Teil: Fünf
Zum zweiten Teil: Blinde Vögel
Zum dritten Teil: Stimmen





Wie ich die Figuren noch besser kennen lernte

Handlung

Der vierte Fall für Beatrice Kaspary und ihren Kollegen Florin Wenninger bringt die Vergangenheit zu ihnen. Dass Beatrice überhaupt Polizistin geworden ist, verdankt sie einem schrecklichen Erlebnis aus ihrer Studienzeit. Und der Serienmörder, der diesmal in Salzburg seine Umwege treibt, weiß das ganz genau. Zwischen den Opfern besteht keinerlei Verbindung. Außer der Tatsache, dass Beatrice sie alle kannte – und nicht leiden konnte. Welches Spiel spielt der Mörder?

Meinung

Der neue Thriller aus Poznanskis Feder beschäftigt sich noch intensiver mit der Hauptfigur als die davor. Beatrice wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, der Fall kreist um negative Erinnerungen aus ihrem eigenen Leben. Der Leser bekommt einen tieferen Einblick in Beatrice und auch in Florin, aus dessen Sicht das Buch diesmal teilweise spielt. Ein wie immer guter Thriller von einer meiner Lieblingsautorinnen.

Die Handlung ähnelt vom Spannungsbogen her den Vorgängern: Der Fokus liegt auf den Ermittlungen und den Gedanken, die sich die Polizisten machen. In diesem Fall werden diese Ermittlungen sehr intensiv und Bea und Florin finden sich mitten drin wieder. Die Geschwindigkeit vom dritten Teil erreicht dieser meiner Meinung nach jedoch nicht ganz. Es ist spannend, aber nicht so sehr wie die letzten einhundert Seiten von Stimmen. Trotzdem hat mich auch diese Geschichte in Bann gehalten. Auch Beatrice‘ Privatleben spielt wieder eine große Rolle, ihr Ex-Mann Achim macht ihr den Alltag mit den gemeinsamen Kindern schwer.

Die Figuren lernt der Leser nun in Extremsituationen kennen. Beatrice ist ganz die alte, sie ist emotional und ein Bauchmensch, im Angesicht der Gefahr berechnend und mutig. Der Einblick, den wir zum ersten Mal in Florin bekommen, vervollständigt seinen Charakter. Bisher war er der charismatische Alleskönner, der jede Lage im Griff hat. Nun sehen wir in ihn hinein und lernen seine Schwächen kennen, seine Ängste und seine Gefühle. Beide Ermittler rücken zusammen als plastische Figuren in den Mittelpunkt der Geschichte. Dadurch tritt der Fall etwas in den Hintergrund.

Wer die ersten drei Bände gelesen hat, sollte sich den vierten Teil keinesfalls entgehen lassen. Zwar steigt die Spannung nicht so sehr wie zuvor, aber allein die tieferen Einblicke in die Figuren und ihre Verwicklung in die Geschehnisse belohnen das Umblättern. Und Spannung kommt trotzdem auf, wie immer war ich schnell durch und habe mit Bea und Florin mitgefiebert.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!


Donnerstag, 25. Mai 2017

Vatertag oder Warum ich lese, was ich lese


Mai-Special

Als Kind hat man keinen eigenen Fernseher. Zumindest ich nicht und ich bin froh, dass auch mein neunjähriges Patenkind heute keinen hat. Trotzdem schaute ich gerne fern, natürlich, und wenn ich es also wollte, musste ich mich ins Wohnzimmer zu meinen Eltern setzen. Wir haben viele Kinderserien und -filme geschaut, alles altersgemäß und mit Reflexion durch Mama und Papa.

Wenn mein Papa aber wieder seine Science-Fiction-Serien und -filme schaute, was er oft und gerne tat, musste man mitschauen, wenn man alle seine Bücher durchgelesen hatte (was damals tatsächlich noch häufig vorkam). Enterprise und Star Trek waren mir schon in der Grundschule ein Begriff – und ich mochte es. Im Gegensatz zu meinen Freundinnen wusste ich, was Warp-Geschwindigkeit war, und dass Klingonen nun mal Klingonisch sprechen.

Ich verstand wahrscheinlich nichts von alledem, aber mein Papa wurde nicht müde, mir das hypothetische Weltall mit seinem noch aus der Schule vorhandenen Physikwissen zu erläutern. Ob von diesen Erklärungen etwas hängengeblieben ist, sei mal dahingestellt, aber noch heute faszinieren mich Schwarze Löcher und ich kann einfach nicht akzeptieren, dass die Zeit im Weltall langsamer laufen soll. (Schön und gut, die Atomuhr geht da vielleicht schneller, aber was hat das mit der von Menschen gemachten Zeiteinteilung zu tun? Ich bin offen für jeden, der sich mit mir und der Zeit auseinandersetzen will :-D Und ja, Stephen Hawking steht auch in meinem Regal.)

Welches die erste Dystopie ist, die ich gelesen habe, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Vielleicht war es Das Haus der Treppen in der achten Klasse. Damals hat es mich noch ein bisschen verstört, heute verstören Dystopien mich zutiefst und das mag ich an ihnen. Als eine Art Unterkategorie der Science-Fiction (über dieses Genre-Zeug lässt sich ja so wunderbar streiten) haben Dystopien mich gefesselt. Die theoretische Zukunft mit seinen Konflikten, die alle unsere Gesellschaften von heute spiegeln, ist genau das, worüber ich lesen will. Getreu dem Motto „The best books, he perceived, are those that tell you what you know already“ (George Orwell, 1984).

Mein Papa spricht auch gerne über solche Dinge. Konflikte, Entscheidungen zwischen dem einen und dem anderen Übel, Gesellschaft, Revolution, was wichtig ist, wie die Menschen so ticken. Die Hälfte davon ist „nur“ seine eigene Meinung, aber es ist schön, sich mit jemandem darüber auszutauschen. Und es ist schön, dass es Literatur und Filme darüber gibt. Ich persönlich bin ja Fan von The 100, der Serie, weil ich das Buch erst danach entdeckt habe. Diese wunderbar furchtbaren Entscheidungen, die getroffen und umgesetzt werden müssen, die Zerrissenheit, wie man mit den Menschen und sich selbst umgehen soll, die Gefahr, seinen niedersten, biologischen Instinkten zu verfallen. Dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, sondern alle Abstufungen von Grau enthält, nicht wie Worte auf Papier, sondern wie Schatten zu jeder Tages- und Nachzeit.

Zu alldem hat mich irgendwie mein Vater gebracht. Weil ich mit ihm solche Dinge im Fernsehen geschaut habe, weil in den Bücherregalen meines Elternhauses zum Beispiel Isaac Asimov steht. Weil wir über solche Dinge sprechen und diskutieren, weil wir beide irgendwie kleine Idealisten sind. Weil wir uns über Roboter, technologische Singularität und Gentechnik streiten. Und uns damit wohl fühlen.

Ich bin dankbar, dass mein Vater mir diese Dinge näher gebracht hat und mein Buchregal, meine Serienliste und mein Kopf mit diesen Dingen vollgestopft sind. Wahrscheinlich werden wir alle in unserem Leseverhalten beeinflusst von anderen und von Umständen und Gewohnheiten. Auch von eigenen Interessen, aber die haben sich auch durch andere entwickelt. Bei mir ist es mein Papa.

Dienstag, 23. Mai 2017

Drei Lesetipps im Mai

Die Lesetipps im Mai sind zusammengeschustert aus den Empfehlungen von zwei Leuten.
Fangen wir an mit einem Buch von der lieben, besten Chrissy (Instagram @library_of_imaginations):


Julian Fellowes: Belgravia

Brüssel am 15. Juni 1815, der Abend vor der Schlacht bei Waterloo. Auf einem Ball begegnen sich Sophia und Edmund. Er ist der Nachkomme einer adeligen Familie, ihre Eltern mussten sich das Geld erarbeiten. Sie gehören nicht zusammen, aber das scheint egal.
Dann marschiert Napoleon ein und beide Familien stehen vor großen Problemen. Und ob Sophia und Edmund sich wiedersehen, ist ungewiss.







Machen wir weiter mit zwei Tipps von zwei Verrückten, die ich sehr lieb habe:

Isaac Asimov: Roboter-Visionen
(Was mein Papa auch empfehlen würde)

In einzelnen Kurzgeschichten erfindet Asimov die Welt von Morgen. Der Science-Fiction-Autor beschäftigt sich intensiv mit Robotern und der Aufstellung der drei Roboter-Gesetze, die das Miteinander von Robotern und Menschen regeln sollen. In den Geschichten untersucht der Autor selbst, wie die Gesetze außer Kraft gesetzt werden können.








Max Frisch: Homo Faber

Walter Fabers Welt ist rational und geordnet. Aber die Welt spielt da manchmal nicht mit und durch Zufall trifft er auf seine Vergangenheit. Mit der Zeit wird ihm klarer, was das Leben bereithält, wovor er sich aber versteckt hat. Dabei wirft der Autor Fragen nach dem Schicksal auf und der Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten.

Jetzt, wo ich das so höre, lese und schreibe, muss ich das wohl auch einmal lesen :-D







Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei :-)


Mittwoch, 10. Mai 2017

Morton Rhue: Die Welle

Wie ich endlich über die Welle las






Ich wollte das Buch schon lange lesen und habe es endlich geschafft. Man könnte sagen, aus aktuellem Anlass, aber es kommt einem vor, als bestünde der immer.

Handlung

An einer amerikanischen Highschool nimmt der Lehrer Ben Ross im Geschichtsunterricht den zweiten Weltkrieg durch. Nach einem Film über die Taten der Nazis sind seine Schüler schockiert, wie Menschen bei solchen Grausamkeiten nicht nur wegsehen, sondern sich ihnen sogar anschließen. Ben Ross unternimmt daraufhin ein Experiment in seiner Klasse: Er denkt sich eine eigene Bewegung aus – die Welle. Und ist fasziniert, was seine Schüler tun, nur um dazuzugehören. Das Experiment gerät völlig außer Kontrolle.

Meinung

Auch für den Leser ist es faszinierend, wie die Schüler Schritt für Schritt tiefer in den Strudel der Welle geraten. Dabei merken sie gar nicht, welche Parallelen zwischen ihnen und den ehemaligen Nationalsozialisten bestehen. Teilweise wirken Handlung und Gespräche dem Zweck entsprechend gestellt. Das tut der Botschaft allerdings keinen Abbruch. Wenn ich mir vergegenwärtige, dass die Handlung auf wahren Ereignissen basiert, wirkt das Buch bedrückend und beängstigend.

Die Handlung beginnt harmlos. Die Schüler sind entsetzt über die Gräueltaten im zweiten Weltkrieg und Ben Ross versucht, ihnen das Gefühl von damals näher zu bringen. Von Geschichtsstunde zu Geschichtsstunde gibt er den Jugendlichen neue Regeln vor, die sie zu befolgen haben. Er fängt leicht an, die Schüler sollen Haltung bewahren und ihre Antworten auf das Nötigste beschränken. Der Lehrer ist fasziniert davon, wie diszipliniert die Kinder plötzlich werden. Sie fangen an, die Welle als Gemeinschaft zu betrachten. Jeder in dieser Gemeinschaft wird respektiert und jeder ist gleich. Das bedeutet jedoch, dass alle außerhalb der Welle nicht gleich sind und auch nicht respektiert werden müssen. Die Jugendlichen aus dem Geschichtskurs versuchen, mehr Mitschüler für die Bewegung zu gewinnen. Bis sie vor Diszipliniertheit nicht mehr sehen, was sie wirklich tun.

Die Handlung baut sich also nach und nach auf und der Leser kann genau nachvollziehen, wie die Welle die Schüler mitnimmt. Die Geschichte wird von Kapitel zu Kapitel immer schneller, parallel zu den sich aufbauschenden Gefühlen. Gleichzeitig werden aber auch äußere Sichtweisen auf die Welle dargestellt. Laurie, ein Mädchen aus Ross‘ Unterricht, spricht mit ihren Eltern über die Bewegung. Vater und besonders Mutter äußern Bedenken gegenüber dem Experiment, das den Kindern eigenständiges Denken verbiete.

Die Hauptfigur lässt sich schwer ausmachen. Die Geschichte wird unter anderem aus der Sicht von dem Lehrer Ben Ross erzählt, der von dem Experiment mehr und mehr begeistert ist. Er verbringt seine ganze Freizeit mit der Planung der Welle und will zunächst nicht sehen, was er bei den Schülern anrichtet. Ihm ist klar, dass er die Macht über die Kinder nicht missbrauchen darf, aber er gibt auch zu, dass die Vorstellung verlockend ist. Hier wird der Leser nicht nur mit der Sicht der Schüler, die die Rolle der Bürger im zweiten Weltkrieg einnehmen, konfrontiert, sondern auch mit der des Machtinhabers, der fasziniert ist von der Disziplin, die ihm entgegen gebracht wird.

Die zweite Hauptfigur ist Laurie Sanders, Chefredakteurin der Schülerzeitung und Teilnehmerin des Geschichtskurses und somit auch des Experiments. Sie selbst und ihre Eltern bringen der Welle Skepsis entgegen. Sie sind der Gegenpol in der Geschichte. Laurie ist mit einem anderen Schüler aus dem Kurs zusammen, der ihre negativen Gedanken über das Experiment nicht verstehen möchte. Die Gespräche der beiden werden zur grundlegenden Diskussion über das Verhalten von Menschen innerhalb und außerhalb einer Bewegung wie des Nationalsozialismus. Die Dialoge bringen dabei schnell auf den Punkt, welche Argumente es gibt, und wirken dadurch etwas gekünstelt. Trotzdem erklären sie deutlich, wie die beiden sich fühlen.

Das Thema ist und bleibt aktuell. Der Roman macht deutlich, wie Menschen durch geschickte Führung zu Gedanken und Taten gebracht werden können, die sie selbst zuvor abgelehnt haben. In diesem Fall wird aber auch die Möglichkeit aufgezeigt, sich zu wehren und Bedenken zu äußern.
Der Plot ist insgesamt durch einen Spannungsbogen gekennzeichnet, doch er entbehrt der Action, die ich erwartet habe. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, trotzdem hat mir etwas gefehlt. Mit Schrecken stelle ich fest, dass mich die Geschichte nicht genug schockiert hat. Als Rezipient in der heutigen Zeit ist man ganz andere Handlungen, Wendungen und Grausamkeiten aus Büchern gewohnt. Vielleicht ist es dadurch aber doch eher möglich, Realität zu werden?

Deswegen fällt es mir schwer, eine Bewertung festzulegen. Subjektiv finde ich das Thema so wichtig und bin dennoch nicht gepackt. Objektiv steht wieder das Thema positiv im Fokus, die Umsetzung als Geschichte, Handlung und Dialoge hätte ich mir aber noch natürlicher vorstellen können. Textintern würde ich das Buch deswegen schlechter bewerten als textextern. In diesem Falle zählt aber unzweifelhaft die textexterne Ebene. Von daher gibt es hier vier von fünf Seifenblasen.

Und keine weiteren Gedanken. Lest das Buch und macht sie euch.

Sonntag, 30. April 2017

Drei Lesetipps im April

Die Lesetipps im April kommen von einer Freundin, die gute Geschichten genauso gerne mag wie ich. Vielleicht bekommt ihr ja Lust auf eins der Bücher :-)

Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte

Ellie könnte glücklich sein, wenn ihre Liebe nicht jemand anderem gehören würde. Als ihr zufällig ein alter Brief in die Hände fällt, ist sie fasziniert. Der Absender bittet seine große Liebe, alles für ihn aufzugeben und nach New York zu gehen. Ellie macht sich auf den Weg, herauszufinden, was aus dieser Liebe geworden ist. Wird sie selbst dabei glücklich?





Kathryn Stockett: Gute Geister

Stocket erzählt die Geschichte dreier Frauen, die 1962 in Mississippi leben. Skeeter, Aibileen und Minny fühlen sich in gesellschaftliche Normen gepresst und möchten etwas ändern. Sie verstoßen gegen die Konventionen und Vorstellungen ihrer Familien. Skeeter, weiß und privilegiert, freundet sich mit den beiden farbigen Hausmädchen an und schreibt ein bahnbrechendes Buch.










David Nicholls: Zwei an einem Tag

Der 15. Juli ist ein wichtiger Tag in Emmas und Dexters Leben. Sie lernen sich kennen und verbringen eine Nacht miteinander – dann trennen sich ihre Wege. Über Jahre denken sie aneinander und können sich nicht recht vergessen. Bis sie sich wieder treffen.

Freitag, 28. April 2017

Happy 69th Birthday, Terry Pratchett!

Heute wäre Terry Pratchett 69 Jahre alt geworden.
Ja, ich war vor gut zwei Jahren sehr traurig, als er starb.
Heute morgen habe ich einen Link von Penguin Books gefunden, der uns wieder verdeutlicht, was für ein intelligenter und cooler Typ er war :-D Man soll ja froh sein, dass etwas über passiert ist, und nicht traurig, dass es vorbei ist. Hm.

Jedenfalls hier der Link zu Life Lessons von Terry Pratchett:
https://www.penguin.co.uk/articles/features/2017/apr/life-lessons-from-terry-pratchett-discworld/

Und hier mein Bild zu meiner Lieblings-Life-Lesson meines Lieblingsautors:






Wenn Menschen sich wie Ratten verhalten, sind Ratten die besseren Menschen. Lest Maurice, der Kater! ;-)

Sonntag, 23. April 2017

Cover Love – Kleider machen Bücher

April-Special

Don't judge a book by its cover. Oder doch?

Es gibt ganz tolle Bücher, deren Cover total abschreckend sind. Ich persönlich finde diesen Trend mit den Großaufnahmen von weiblichen Gesichtern gar nicht so toll. Trotzdem liebe ich Panem. Dann gibt es Bücher, die haben richtig coole Cover, aber der Inhalt gefällt nicht. Zum Beispiel hat mich das Bild auf Die Flüsse von London direkt angesprochen, das Buch selber hat mich leider nicht so umgehauen.

Deswegen soll man ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen, auch da gibt es Trends und Fehlgriffe. Trotzdem ist es das, was man bei einem Buch als erstes sieht – Kleider machen Leute. Man bewegt sich durch die Buchhandlung (oder auch online durch Listen) und wird zunächst vom Cover angesprochen. Trends in einzelnen Sparten und Genres helfen in dem Falle auch, ähnliche Bücher zu finden, die einem gefallen könnten. Man sortiert schon vorher ein, was für Arten von Cover gehören zu welchen Büchern und welche davon mag ich?

In letzter Zeit lese ich auch wieder ein paar Krimis, insbesondere die Kaspary-Reihe von Ursula Poznanski. Krimi-Cover finde ich meistens eher langweilig, ein einzelnes Motiv zerbricht, liegt im Schatten oder ist blutverschmiert. Das hat mich bisher oft von Krimis abgeschreckt. Was falsch ist, aber der Mensch ist visuell geprägt ...

Welche Bücher ich mag, kann man hier oft genug lesen. Wer jetzt noch keine Ahnung hat, wird das aber in den 10 Covern sehen, die ich für euch vorbereitet habe. Cover Love, ab!


1. Heaven. Stadt der Feen von Christoph Marzi

Dieses Buch habe ich tatsächlich gekauft, weil mir das Cover so gut gefallen hat. Es glitzert ein bisschen oben in den Schnörkeln und das dezente Lila hat mich total angesprochen. Gut, natürlich hat mir dann auch der Klappentext gefallen.
Ich mag auch die Skyline, vor allem, weil sie von London ist. Das verschnörkelte Tor verspricht den Eingang in eine Geschichte, eine mystische (weil dunkel), magische (weil lila) Welt.

2. Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Bleiben wir direkt bei London. Die Flüsse von London sieht so cool aus! Ich mag London und eine Art Karte als Cover ist eine richtig tolle Idee! Die Lupe lässt auf ein Geheimnis oder etwas anderes schließen, das es zu finden oder aufzudecken gilt. Zusammen mit dem Klappentext hat mich das Buch direkt eingenommen. Leider war mir die Hauptfigur im Endeffekt nicht sympathisch. Das Cover hat leider seine Versprechungen für mich nicht gehalten.

3. Die Seiten der Welt von Kai Meyer

Schön ist es auch, wenn Reihen ähnlich oder gleich gestaltet sind. Die Seiten der Welt sind so wunderhübsch gestaltet! Die goldenen Linien sind mit Folie geprägt und bilden Muster, die zum Buch passen. In der Geschichte kommen auch Origami-Vögel vor, die tatsächlich fliegen können. Bisher konnte ich nur den ersten Teil lesen (und außerdem bin ich mir sicher, Kai Meyer hat auf einer Buchmesse mal gesagt, es bleibt ein Einteiler ... aber bei guten Büchern verzeiht man das ja ;-)). Die anderen beiden sind jedoch auch bald dran! Allein die drei Farben! So hübsch!



4. Shakespeare

Wunderschön anzusehen und ein richtiger Blickfang im Regal sind etwas ältere Ausgaben von Klassikern, die man eventuell auch gelesen hat :-D Ich mag Shakespeare ja gern, ein paar wenige Stücke habe ich gelesen. Und dieses Buch, das einfach in einem offenen Bücherschrank in Frankfurt am Main herum stand, ist sofort bei mir eingezogen! Die hübschen Schnörkel muten so schön edel und nostalgisch an und die Seiten sind so wunderbar vergilbt :-D

5. His Dark Materials von Philip Pullman

Diese Ausgabe aller drei Titel aus der Dark-Materials-Reihe (Der Goldene Kompass etc.) fesselt mich immer. Der Blick der Raubkatze fängt den Betrachter ein und ich kann es minutenlang anschauen. Die warmen Farben vermitteln ein wohliges Gefühl, während die dunkleren Farben am Rand mystisch wirken. Das Buch an sich ist unglaublich schwer, weil alle drei Teile darin sind. Man kann es nicht wirklich gut halten. Aber angucken ;-)


6. Das Juwel von Amy Ewing

Dieser lila-glitzernde Kleidertraum für die Mädchen in uns hat auch mich angesprochen. Die Farbe ist wundervoll, weil sie nicht so grell und pinkig ist, aber trotzdem ein bisschen Kitsch vermittelt. Gut, das Genre hat mich ja sowieso überzeugt, ich kann bei Dystopien schlecht Nein sagen. Diese Kombination aus glitzernder Hülle und relativ brutaler Geschichte musste in mein Regal! Da führt das Cover auch erst einmal in die Irre. Es liegt auch im Trend der Abbildungen von den weiblichen Hauptfiguren.



7. Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Genau wie dieses oben bereits erwähnte. Der Trend mit den Gesichtern ebbt etwas ab (oder?), aber sie sind auf jeden Fall in meinem Regal überrepräsentiert. Diese Cover gefallen mir eigentlich nicht so, denn sie sagen wirklich wenig über den Inhalt aus. Ich bin so froh, Die Tribute von Panem trotzdem gelesen zu haben! Ich liebe sie!


8. Cinder von Marissa Meyer

Genau, wie ich diese Reihe liebe! Und das Cover! Im Gegensatz zur deutschen Panem-Ausgabe gibt diese englische Ausgabe vom ersten Teil der Lunar-Chronicles den Inhalt schon wieder: Cinder ist ein Cyborg, ein Mensch verbessert durch Roboter, aber sie versteckt diesen Teil von sich. Außerdem ist die Geschichte an Cinderella, also an Aschenputtel, angelehnt. Aaach ich liebe die Lunar Chronicles :-D Die deutschen Cover gefallen mir übrigens nicht so.

9. The Wizard of Oz von L. Frank Baum

Die Puffin-Chalk-Editionen vom Penguin Verlag sind so schön! Es gibt sie von verschiedenen Kinderbuchklassikern. Dieses sprang mich in einem Laden in San Francisco bei Ashbury and Heights an und ich habe es noch in meinen Koffer gequetscht. Die anderen Bücher werde ich mir auch noch irgendwann holen. Besondere Ausgaben von Klassikern sind toll, besonders Kinderbuchklassiker!

10. Furthermore von Tahereh Mafi

Dieses Cover ist so super bunt, das gefällt mir! Zusätzliches geht es genau darum auch in der Geschichte. Alles ist bunt und versprüht Farbe – außer Alice, die völlig weiß ist und aus der Mitte ihrer Welt heraussticht. Das Buch kann ich nicht nur vom Cover, sondern auch vom Inhalt her empfehlen.

Das sind die Cover aus meinem Regal, die mir besonders gefallen und die mir ins Auge gestochen sind. Welche sind eure Lieblingscover? Könnt ihr meine Meinung zu Panem und Die Flüsse von London teilen oder habt ihr da ganz andere Gedanken? Sucht ihr eure Lektüre nach Covern aus oder lasst ihr euch davon gar nicht beeindrucken, weil man eben ein Buch nicht nach dem Äußeren beurteilen soll?



Montag, 17. April 2017

Frohe Ostern!

Liebe Bücherhasen, ich wünsche euch frohe Ostern!
Dieses Jahr habe ich ein schokoladiges Kaninchen von Karfreitag bis Ostermontag auf Instagram in meiner Story begleitet. Die ganze Geschichte hier: ;-)

video

Samstag, 15. April 2017

Ursula Poznanski: Stimmen

Dritter Teil der Beatrice-Kaspary-Reihe, enthält Spoiler zum vorigen Teil
Zum ersten Teil: Fünf
Zum zweiten Teil: Blinde Vögel





Wie ich von der Hauptfigur überrascht wurde

Handlung

Auf der Traumastation einer Psychiatrie wird ein Arzt tot aufgefunden. Auf seinem Körper sind merkwürdige Gegenstände drapiert, Plastikmesser, ein Kamm und ein Stift bilden ein Muster. Auf den Gegenständen sind die Abdrücke einer Patientin. Doch diese Patientin ist völlig teilnahmslos, ohne eigenen Antrieb und spricht nicht. Kann sie wirklich etwas mit dem Mord zu tun haben? Je tiefer die Ermittlerin Beatrice Kaspary gräbt, desto gefährlicher wird dieser Fall für sie selbst. Dabei hat sie in ihrem Privatleben noch ganz andere Probleme.

Meinung

Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin ein Poznanski-Fan. Wie die beiden Romane vorher hat mich auch der dritte Teil dieser Krimi-Reihe gepackt. In gut einer Woche durchgelesen, bei meinem derzeitigen Pensum ein Rekord. Ich sage Krimi, weil es für mich kein richtiger Thriller ist, auch wenn es vorne drauf steht. Trotzdem spannend und mitreißend!

Die Handlung ist wie in den Teilen zuvor: Wer auf atemlose Action steht, kommt wahrscheinlich nicht auf seine Kosten. Stattdessen begleitet der Leser Beatrice auf ihrer Wahrheitssuche, die auch schon mal am Schreibtisch stattfindet. Langweilig wird es aber nie: Im genau richtigen Abstand geschehen neue Dinge, wendet sich die Geschichte, erkennt Beatrice die Zusammenhänge. Der Fall gestaltet sich extrem undurchsichtig und jeder noch so kleinen Spur muss nachgegangen werden. Insgesamt hat mich dieser Teil sogar wieder mehr gepackt als der zweite, der Schauplatz Psychiatrie ermöglicht so einige interessante Szenen. Zusätzlich entwickelt sich die Beziehung zwischen Beatrice und ihrem Kollegen Florin. Doch ihr Exmann schafft es trotzdem, sich brutal in ihr Leben einzumischen.

Die Hauptfigur Beatrice kam mir im zweiten Teil eher unscheinbar vor. Dafür macht sie in diesem Buch einen Sprung. Sie entwickelt mehr Persönlichkeit und lässt sich nicht mehr alles gefallen. Dabei gebärdet sie sich manchmal etwas impulsiv, was nicht unbedingt positiv ist. Es lässt sie dafür menschlich erscheinen und gibt der Figur eine zusätzliche Note. Ihre weibliche, zurückhaltende, nachdenkliche Art bleibt jedoch, sie nimmt sich selbst noch öfter zurück und lässt andere manche Entscheidungen treffen. Wenn es aber um den Fall geht, schreckt sie vor keinen Ermittlungen zurück. Florin bleibt in seiner typischen, zuvorkommenden Beschützerrolle, und das ist gut so.

Wer in diesem Teil besonders durch Charaktere besticht, sind die Ärzte und Patientin der Traumastation. Ihre unterschiedlichen Arten und Krankheiten geben ein spannendes Bild. Auch die anderen Polizisten bekommen weitere Eigenschaften zugeschrieben, vor allem Beatrices Chef kann der Leser hier von einer anderen Seite betrachten. Trotzdem steht der Fall im Vordergrund.

Insgesamt handelt es sich also um einen spannenden Krimi, der zum einen durch einen interessanten und kniffligen Fall besticht, zum anderen durch die Figuren. Verschiedenste Charaktere von Polizisten, Ärzten und Psychiatriepatienten formen ein vollständiges Bild aus möglichen Eigenschaften. Was mich außerdem quasi an den Roman gekettet hat, ist die Entwicklung von Beatrices und Florins Beziehung.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!