Donnerstag, 31. Dezember 2015

Danke 2015! - Rück- und Ausblicke

Zum Monats- und vor allem Jahresende werde ich wie alle ein wenig sentimental und lasse euch daran teilhaben ;-) Undzwar indem ich jetzt erst mal einen Blick auf den Dezember werfe.

Zum Advent habe ich mir selbst eine Challenge gestellt - vier Kerzen, vier Bücher.
Das hat tatsächlich fast gut geklappt :-D



Eine Kerze: Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London

Zwei Kerzen: Terry Pratchett: Schweinsgalopp

Drei Kerzen: Ursula Poznanski: Erebos

Vier Kerzen: Ernest Hemingway: The Old Man and The Sea





Und dann war Weihnachten und ich habe zwei Bücher bekommen :-) Ich hoffe, bei euch gab es auch befriedigende Geschenke ;-)




Außerdem startete einen Tag vor Heilig Abend der neue online Instagram und goodreads Buchclub Clockwork Readers und ich bin stolzes Mitglied!






Und nun zum Jahresrückblick :-)


Dieses Jahr habe ich angefangen, über Bücher zu bloggen, und das war eine gute Entscheidung!
Seit Juli poste ich regelmäßig hier und bei Instagram, Twitter und Google+ und es macht mir total Spaß! Und wenn das dann noch jemand liest, freue ich mich noch mehr! :-) Ich habe so viele andere Leute und Profile und Blogs gefunden, die ähnliche Leidenschaften haben und mit denen ich mich über Bücher und andere Dinge austauschen kann!






Ich habe viele Bücher gelesen, Rezensionen geschrieben, Reisen nach New York und Kopenhagen unternommen, meinen Masterabschluss gemacht und und und ... Meine Freizeit ist seit Juli ziemlich ausgelastet und ich sitze abends zwanzig Minuten und scrolle durch meine Feeds, ja, für jeden einzelnen zwanzig Minuten. Ich weiß gar nicht, wie die Menschen mit tausenden Followern es schaffen, jedes einzelne Bild auf Instagram zu liken? Ich habe Follower, die ihrerseits 3500 Leuten folgen, und sie liken jedes Bild. Da freue ich mich total drüber, aber wie machen die das? :-D










Mein literarisches Highlight des Jahres war übrigens war die Slated-Trilogie von Teri Terry (deutscher Titel: Gelöscht).












In Zahlen:
Am 21. Juli ging dieser Blog an den Start. Das sind jetzt fast sechs Monate. Ich habe dieses Jahr einschließlich diesem 101 Posts veröffentlicht. 23 davon sind Rezensionen. Das Zitat zum Wochenstart gab es 20 Mal. Samstags-Erinnerungen sind ganze sechs zustande gekommen. Acht Mal habe ich über meine Bewerbungen geschrieben. Da soll in Zukunft auch noch etwas zu kommen ;-).


Kommen wir zum Ausblick:


Erst wollte ich ein paar Challenges von anderen Blogs machen, aber kurz vor Weihnachten kam ja dann die wunderbare Einladung zu den Clockwork Readers und ich freue mich schon darauf, jeden Monat ein Buch zu lesen mit den lieben Leuten von Instagram :-)

Im Januar werden wir mit Cinder von Marissa Meyer starten (deutscher Titel: Wie Monde so silbern). Der deutsche Klappentext hat mir ehrlich gesagt gar nicht gefallen, auf Englisch klingt das irgendwie besser :-D Deswegen: Englisch!






Überhaupt ist ja mein derzeitiges Lieblingsgenre die Dystopie, da habe ich ja auch schon einiges hinter mir. 2015 habe ich es endlich geschafft, die beiden Klassiker 1984 und Fahrenheit 451 zu lesen. Moderne Reihen gibt es ja aber auch genügend.





Im neuen Jahr möchte ich noch mehr davon lesen. Mir fehlen noch ganz viele, zum Beispiel der Klassiker Make Room! Make Room!. Aber ein paar habe ich schon erstanden, die sind bald dran ;-)
2016 wird dystopisch.





Aber natürlich nehme ich mir auch vor, SuB-Leichen endlich zu lesen, und kaufe dann doch wieder so viele neue Lektüren, dass ich nicht dazu kommen werde :-D
Gut, soviel zur Bücher-Zukunft :-)
Meine persönliche Zukunft hält noch ein wenig Praktikumszeit bereit, darüber werde ich noch berichten und auch darüber, wie es weiter geht.
Außerdem werde ich im Januar einen Abstecher nach Hamburg machen und eine Freundin besuchen, also freut euch auf ein paar Fotos aus der wunderschönen Hafenstadt!

UND

Ich möchte mich bei allen meinen Lesern und Followern auf allen Plattformen bedanken, dass sie gelegentlich vorbeischauen :-) Vielen Dank ihr lieben Büchermenschen :-*

Also: Allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr!!! :-)

Montag, 28. Dezember 2015

Samstags-Erinnerung und Zitat zum Wochenstart

Bei der letzten Samstags-Erinnerung und dem letzten Wochenstartzitat in 2015 verspäte ich mich zum Abschluss dann nochmal .... :-D

Also zunächst, die Samstags-Erinnerung, die noch an Weihnachten auf Instagram zu sehen war:


Das Bild ist aus Hawaii im Mai 2014. Verrückter Typ :-D Ich vermisse die Insel!

Und nun, das Zitat zum Wochenstart:

Umberto Eco: Die Kunst des Bücherliebens. 2009. Carl Hanser Verlag München. Seite 44.


Ich wünsche euch eine wunderbare letzte (halbe) Woche in 2015! Verbringt viel Zeit in eurer Privatbibliothek, denn sie ist ein lebendiges Wesen, das gehegt und gepflegt, gelesen und aufgestockt werden will ;-)


Sonntag, 27. Dezember 2015

Spoiler: Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer

Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer.
Originaltitel: The Old Man and the Sea. Penguin Classics. First published 1952.


Ich denke die ganze Zeit darüber nach, was die Löwen in seinen Träumen zu bedeuten haben. Sie sind das Gegenteil von der rauen See, sie sind Tiere des Landes, eines warmen Landes. Sie sind stark und vital, wie es der alte Mann früher war. Sie könnten seine Vergangenheit sein, der Part seines Lebens, der nun unerreichbar ist, außer in seinen Träumen. Santiago ist zum Fischer geboren, wie er sagt, doch er träumt von den zähen Löwen des Landes, von der Wärme. Doch er beklagt sich nie.

Außerdem bin ich so froh, dass er zurückfindet, der Junge sich wieder um ihn kümmert und die anderen Fischer nach ihm gesucht haben. Ich bin kein Leser, der unbedingt ein Happy End braucht, aber der alte Mann tat mir am Anfang und nach den Haiangriffen so leid, dass ich ihm nichts mehr gewünscht habe, als dass er erfährt, wie andere sich um ihn sorgten.


Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer


Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer.
Originaltitel: The Old Man and the Sea. Penguin Classics. First published 1952.

Wie ich mich lange fragte, was das geben soll






Handlung

Santiago ist ein alter, verwitweter Fischer, der seit vierundachtzig Tagen nichts mehr gefangen hat. Doch er glaubt fest daran, dass sein Glück ihn bald wiederfindet. Ein Junge kümmert sich um ihn und dass er genügend Schlaf und Nahrung bekommt. Auf See ist der alte Mann allein. Und diesmal fährt er weiter raus als je zuvor.

Meinung

Da dieses Buch ein Klassiker ist, war es schon lange auf meinem SuB, und endlich bin ich dazu gekommen, es zu lesen. Ich wusste, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt, die gemäß der Definition einen offenen Anfang und ein offenes Ende hat. Dies trifft hier zu. Doch kurz ist die Geschichte nicht. Sie erzählt vom Hoffen und Streben mit und gegen die Natur.

Die Handlung beginnt im Hafen von Havanna und der Leser erfährt vom Unglück des Fischers, aber auch von dem Jungen, der auf ihn Acht gibt. Weil Santiago lange nichts gefangen hat, macht er sich beim nächsten Fischerausflug auf den Weg weit hinaus aufs Meer. Er ist arm und kann sich weder ein Radio noch eine moderne Ausrüstung leisten, doch was sich dann an seinem Angelhaken befindet, ist ihm noch nie untergekommen. Zwischendurch war ich hin und hergerissen, denn in der Geschichte gibt es einen Abschnitt, in dem kaum etwas passiert und sich die Gedanken und Beschreibungen wiederholen. In diesem Teil war ich unsicher, was es mit der Geschichte auf sich hat. Es zog sich ein klein wenig, doch ansonsten ist es ein bisschen märchenhaft zu lesen.

Die Hauptfigur Santiago, der alte Mann, hat mein Mitleid erregt, denn er ist arm und verwitwet und hat dazu eine Pechsträhne. Doch er ist zäh und das Buch handelt davon, wie er hofft und glaubt und sich auf sich selbst verlässt. Sein Streben ist das Hauptmotiv. Es geht um seine Hoffnung und der Leser bangt mit ihm um Glück und Unglück. 

Insgesamt überzeugt mich die Geschichte mit seiner Beschreibung des alten Mannes und seinen Gedanken und Wünschen. Sie lässt sich gut lesen und birgt einige Passagen, die mich zum Nachdenken gestimmt haben. Durch die eine etwas langgezogene Passage ziehe ich eine Seifenblase ab.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung Spoiler!


Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten!

Liebe Buchliebhaber,
ich wünsche allen, die es feiern, ein wunderbares Weihnachtsfest!
Weihnachten ist, unter anderem, das Fest der Liebe und ich freue mich, sagen zu können, dass ich es mit meinen liebsten Menschen verbringen darf. Ich hoffe, alle haben eine Zeit, die so schön wie möglich und mit Liebe angefüllt ist :-)




In unserer neumodischen Kultur dürfen natürlich die Geschenke nicht fehlen und ich zeige euch meine kleine Buchausbeute aus diesem Jahr. Jap, es wird dystopisch! Eine Freundin, die gerade in den USA, über Weihnachten aber zu Hause ist, hat mir Hersheys und Reeses mitgebracht :-) Ich freue mich schon sehr auf diese Bücher, vor allem über Red Queen habe ich nur Gutes gelesen!



Außerdem hier ein kleiner Einblick in einen wunderbaren Weihnachtstag, den ich mit meinen Mädels hatte. Wir haben Weihnachtskuchen gebacken und gewichtelt :-)





Und weil ich gerade in Foto-Laune bin, hier ein paar meiner Buch-Advents-und-Weihnachts-Instagram-Bilder ;-) Wovon mache ich denn jetzt die nächsten Wochen Fotos??








In diesem Sinne:



PS: Ich bin mit The Old Man and The Sea noch nicht ganz durch. Aber der Post dazu kommt bald :-)


Buchclub "Clockwork Readers" & goodreads

Einen frohen Heilig-Abend-Morgen :-)

Seit gestern geht es rund auf meinem Instagram-Account und ich hatte gestern morgen 1000 ungelesene Nachrichten, mindestens :-D
Die liebe Asma hat einen neuen Buch-Lese-Club auf Instagram und goodreads gegründet: The Clockwork Readers! Und ich bin stolzes Mitglied :-) Das Ganze findet auf Englisch statt, aber wer da keine Scheu hat, kann uns gerne folgen. Wir haben uns zunächst auf YA und Classics geeinigt, was mir sehr gut gefällt! Im Januar werden wir Cinder bzw. Wie Monde so silbern von Marissa Meyer lesen. Ich bin super gespannt, wie das alles klappen wird, und was für liebe neue Booklover ich treffen werde!
Im Zuge dessen habe ich auch einen goodreads Account eröffnet :-)
Aus diesem Grund werde ich nun doch keine (fremde) Challenge für das neue Jahr beginnen, weil ich erst einmal schauen möchte, wie das dort läuft und ob ich überhaupt hinterher komme. Denn ich habe mir natürlich persönlich auch ein paar Dinge für 2016 vorgenommen, dazu aber in einer Woche mehr ;-)

Picture by Aleema

Sonntag, 20. Dezember 2015

Zitat zum Wochenstart

Christopher Paolini: Eragon. 2004. cbj München. 5. Auflage. Seite 594.


Wir können erreichen, was wir uns wünschen. Und sei es Feuer zu spucken. Damit können wir dann die Adventskerzen anzünden.

Ich wünsche euch eine wunderbare neue Woche :-*


Ursula Poznanski: Erebos



Ursula Poznanski: Erebos. 2011. Loewe Verlag GmbH Bindlach.

Wie mich ein sehr dickes Buch fesselte






Zunächst hatte ich etwas Respekt vor der Stärke des Buches. Zum ersten Mal las ich es für die Uni und dachte, das schaffe ich nie bis zum nächsten Kurs. Aber ich habe es sehr schnell durchgelesen und konnte es kaum weglegen, so spannend ist die Geschichte!


Handlung

Geheimnisvolle Päckchen wandern an einer Schule von einer Hand zur nächsten. Niemand will etwas darüber sagen. Der sechzehnjährige Schüler Nick würde zu gerne wissen, was da vor sich geht, bis er auch ein Päckchen erhält und darin ein Computerspiel findet. Erebos ist ein Rollenspiel, in dem die Spieler Aufgaben ausführen müssen. Nick ist, wie alle anderen vor ihm, sofort gefesselt und verbringt sehr viel Zeit an seinem Computer. Das Spiel scheint intelligenter zu sein als andere es bisher waren, es antwortet auf Fragen und weiß zudem Dinge über seine Spieler, die sie nur ihren Freunden verraten haben. Dann fordert Erebos Nick auf, Aufträge in der realen Welt auszuführen. Und diese werden immer gefährlicher.


 Meinung

Ich mochte das Buch von Anfang an. Nick ist sympathisch und neugierig, man fiebert die ganze Zeit mit ihm mit und möchte die Geheimnisse von Erebos ergründen. Persönlich spiele ich auch ab und zu Computerspiele und konnte deswegen nachvollziehen, was in ihm vorgeht. Die Spannung wird immer höher gehalten durch die immer schwierigeren, merkwürdigeren und vor allem gefährlicheren Aufgaben, die der Spieler zu lösen hat – in der echten Welt.

Die Handlung lebt von den Aufgaben des Spiels, gemischt mit Nicks Privatleben und seinen Versuchen, Erebos zu ergründen. Von Anfang an war ich gefesselt vom Plot und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und worauf das Spiel hinausläuft. Die Geheimnisse und Mysterien sind, wie von der Autorin gewohnt, aufregend, merkwürdig und spannen den Leser auf die Folter. Auch die Nebenstränge, die sich mit Nicks Freunden und seiner heimlichen Liebe Emily beschäftigen, würzen den Roman mit fesselnden Wendungen und peppen ihn mit zusätzlichen Themen auf.

Die Figuren sind sympathisch und bieten viel Identifikationspotential. Nick ist freundlich, neugierig und etwas rebellisch. Er kämpft mit dem Erwachsenwerden, seinen Träumen und denen seiner Eltern und mit Emily, dem Mädchen der Geschichte. Erebos kommt dazu und beschäftigt ihn. Als sein Freund Colin einen Drohbrief erhält und dann einen Unfall hat, muss er unbedingt herausfinden, was es mit dem Spiel auf sich hat.

Der Stil ist sehr gut, flüssig, fesselnd und aus einem Guss. Ich mag alle Bücher der Autorin sehr gerne, alle haben mich ununterbrochen bei der Stange gehalten und warteten mit aufregenden Wendungen und Ereignissen auf.

Das Thema ist ein sehr spannendes, mit dem sich, vermute ich, viele Jugendliche auskennen. Computerspiele werden hier in den Mittelpunkt gestellt, jedoch keineswegs negativ beleuchtet, sondern als Ausgang genutzt für mögliche Gefahren. Hier kommen die Online-Welt und böse Machenschaften der realen Welt zusammen und bilden ein gefährliches Potential. Die Geschichte spricht sich keineswegs für oder gegen das Zocken aus, sondern für einen bedachten Umgang damit.

Insgesamt kann ich dieses Buch, so wie die anderen von Ursula Poznanski, nur empfehlen, wenn man eine spannende Geschichte lesen möchte, die nicht langweilig wird und interessante Themen behandelt. Ich fieberte mit den Figuren mit und musste unbedingt wissen, wie diese Idee ausgeht.


Vierter Advent und noch ein Buch bis Weihnachten

Ich wünsche euch einen wunderbaren vierten Advent!
Noch vier Tage bis Heilig Abend :-)


In meiner selbst auferlegten Advents-Challenge habe ich bisher drei Bücher gelesen, Die Flüsse von London (Ben Aaronovitch), Schweinsgalopp (Terry Pratchett) und Erebos (Ursula Poznanski, die Rezension folgt). Jetzt ist noch ein Buch übrig, das bis Weihnachten gelesen werden möchte. Ich habe mir extra ein kürzeres ausgesucht, der Klassiker The Old Man And The Sea (Ernest Hemingway) begleitet mich bis zur Stillen Nacht.

(Hier geht's zum Ersten, Zweiten und Dritten Advent.)

Danach geht es dann mit Die Insel der besonderen Kinder (Ransom Riggs) weiter.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London



Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London. 2012. dtv Verlagsgesellschaft mbH  Co. KG. München.
Originaltitel: Rivers of London. 2011. Gollancz.

Wie ich beim Lesen immer wieder mit den Gedanken abschweifte







Ich hatte mir wirklich viel von diesem Buch versprochen. Die Grundidee ist wirklich toll und auch die Authentizität von London ist richtig super! Leider haben mich ein paar andere Dinge gestört und beim Lesen aufgehalten, so dass ich mich nicht richtig auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Handlung

Peter Grant ist mit seiner Ausbildung zum Londoner Polizisten fertig und soll in eine völlig öde Abteilung gesteckt werden, in der er über Papierkram brüten wird. Doch dann begegnet ihm eines Nachts ein Geist. Ehe Peter sich versieht, befindet er sich mitten in einem mysteriösen London, von dem er bis dato nichts geahnt hatte. Er ist ein Zauberer und arbeitet ab sofort für und mit Nightingale, dem Leiter der polizeilichen Abteilung für Magisches. Ein spannender Fall führt die beiden von einem Opfer zum nächsten quer durch London und dessen zauberhafte Wesen.

Meinung

Die Handlung bekommt von Anfang an Schwung und führt den Leser in die magische Unterwelt Londons ein. Gemeinsam mit Peter, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt, jagen wir übernatürliche Mörder, die vor nichts und niemandem Halt machen. Wie bereits geschrieben, finde ich die Grundidee wirklich klasse. Die reale Welt vermischt sich mit der Zauberei und ergibt ein wildes Durcheinander. Leider habe ich ziemlich schnell den Faden verloren, wer tot ist, wer verdächtig und mit wem Peter schlafen möchte. Das sind jeweils eine ganze Menge. Gefühlt. Die schwungvollen Szenen werden oft unterbrochen von Beschreibungen Londons und deren Geschichte, die für sich genommen sehr interessant sind, mich aber an den Stellen störten. Ich konnte mich nie richtig einlesen und wenn ich den Spannungsbogen endlich gefunden geglaubt hatte, ist er mir wieder abhandengekommen.

Die Figuren boten mir persönlich kein Identifizierungspotential. Peter ist nicht unsympathisch, doch dass er Geister sehen kann, irritiert ihn kein bisschen. Meiner Meinung nach nimmt er die magische Welt viel zu schnell an. Außerdem ist er mir manchmal zu unbedacht. Die anderen Figuren sind einfach da. Nightingale ist zu Anfang mysteriös, doch das verliert sich leider ein wenig. Beverly mag ich nicht, die Begründung fällt mir allerdings schwer. Ich sehe einfach nicht das, was Peter in ihr sieht. Lesley ist okay :-D

Der Schreibstil ist an und für sich gut zu lesen. Es lag nicht an den Sätzen selbst, dass ich mich nicht konzentrieren konnte; manchmal schreibt Aaronovitch wirklich lustig. Peter nimmt sich selbst nicht so ernst und der Leser muss oft schmunzeln. Dennoch fügen sich die Passagen nicht richtig ineinander. Wie bereits geschrieben, wird die Spannung oft von seitenlangen Beschreibungen unterbrochen. Deswegen konnte mich die Geschichte leider nicht richtig packen.

Alles in allem finde ich die Idee gut und die ein oder andere Episode und Wortkonstellation haben mir Lesefreude bereitet. Doch ich konnte mich nicht auf das Buch konzentrieren, weil ich es wegen manch einer Unterbrechung nicht spannend genug fand. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, aber das Dazwischen interessierte mich nicht so. Vielleicht mag es dem ein oder anderen potentiellen Leser da aber anders gehen ;-)


Sonntag, 13. Dezember 2015

Zitat zum Wochenstart

Ursula Poznanski: Die Verratenen. 2012. Loewe Verlag GmbH. Bindlach. Seite 260.

Ich kann Rias Begeisterung angesichts der Sonne nur zu gut verstehen! Ich wünsche euch eine schöne neue Woche, in der hoffentlich die Sonne ein paar Strahlen zu uns schickt :-)


Terry Pratchett: Schweinsgalopp



Terry Pratchett: Schweinsgalopp. 1998. Wilhelm Goldmann Verlag München. 7. Auflage 2003.
Originaltitel: Hogfather. 1996. Victor Gollancz Ltd. London.

Scheibenweltroman Nummer 20

Wie ich Weihnachten aus einer anderen Perspektive betrachtete.





Vorneweg: Terry Pratchett ist mein Lieblingsautor, ich liebe die Scheibenweltromane, die manch anderem vielleicht etwas durcheinander, verrückt oder albern vorkommen können. Doch der Autor hält meines Erachtens mit jedem Buch der Welt einen wunderbar satirischen Spiegel vor und versteht es, amüsant zu schreiben, was wir heimlich alle denken.

Handlung:
Auf der Scheibenwelt bringt der Schneevater am letzten Tag des Jahres Geschenke für die Kinder, wie in unserer Welt mit einem roten Mantel, hier jedoch mit Schweinen vor dem Schlitten. Aber es gibt Mächte, die den alten Mann loswerden wollen, und so kommt es, dass der Schneevater auf unerklärliche Weise verschwindet. Er hinterlässt ein großes Glaubensloch und eine Aufgabe, die nun jemand anders erfüllen muss. Niemand geringerer als TOD nimmt sich der Schlittenfahrt an und er findet großen Gefallen daran, dass die Menschen sich endlich freuen, ihn zu sehen. Seine Enkelin Susanne aber macht sich stattdessen auf die Suche nach dem Schneevater und mithilfe einiger merkwürdiger Gestalten stellt sie sich den Mächten der Scheibenwelt entgegen.

Meinung:
Schweinsgalopp ist ein wunderbar lustiges Buch, das einen aufmerksamen Blick auf unsere Weihnachtsgewohnheiten wirft und dem TOD endlich eine Rolle gibt, die er begeistert erfüllt. Es mutet sehr komisch an, wie das Skelett versucht, allen Kindern pünktlich und vor allem mit der richtigen Festtagsstimmung ihre Päckchen zu bringen. Gleichzeitig wartet die Geschichte mit allen möglichen und unmöglichen magischen Gestalten auf, die das Glaubensloch füllen, das der Schneevater hinterlassen hat.

Die Handlung spielt auf drei Ebenen. Die Revisoren (die Mächte der Scheibenwelt) und die Assassinen kümmern sich darum, den Schneevater loszuwerden. TOD ersetzt diesen mehr oder weniger erfolgreich auf seiner Schlittenreise und seine Enkelin Susanne macht sich auf die Suche nach dem alten Mann im roten Mantel. An anderen Stellen der Scheibenwelt hadern besonders die Zauberer der magischen Universität mit den ziemlich unsinnigen Figuren, die nun auftauchen, um das Glaubensloch wieder zu füllen. Das mag alles durcheinander klingen, aber ich bin der Meinung, man muss einfach weiter lesen und manche Dinge, besonders die magischen, einfach hinnehmen. Denn sie sind gut durchdacht, witzig an unsere Welt angelehnt und irgendwie wundervoll.

TODs Geschichte ist für die lustige Seite des Buches zuständig und nicht zuletzt für den kritischen Blick auf unseren Weihnachtskonsum. Ich finde die Figur einfach nur gelungen, sie hadert selbst mit den Menschen und ihren merkwürdigen Neigungen und hat hier endlich einmal Spaß.
Susanne treibt die Lösung des Falls voran, sie macht sich aktiv auf die Suche und trifft dabei auf Gestalten und Geheimnisse der Scheibenwelt, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Ihre Episoden sind spannend und handlungsgetrieben.

Ich wage zu behaupten, dass Pratchetts Figuren anders zu lesen sind als die anderer Bücher. Es geht hier (und in den weiteren Scheibenweltromanen) nicht um das Streben, das Verhalten oder die Entwicklung der Charaktere, sondern darum, wofür sie stehen. Sie verkörpern Ängste oder den Mut der Menschen, sie sind die Platzhalter für die Dinge, die der Autor für wichtig erachtet. Oft sind sie nicht die wichtigen Dinge, stattdessen sagen sie diese oder diskutieren über das Verhalten der normalen Menschen. Man muss nicht interpretieren, wie sie sind, sondern welchen Stellenwert sie in der gesamten Geschichte einnehmen.

Der Schreibstil Pratchetts ist wie immer extrem lustig und auf hohem Niveau. Er ist allerdings, würde ich sagen, Geschmacksache.

Zusammengefasst kann ich alle Terry Pratchett Romane empfehlen, diesen aber besonders, vor allem aufgrund der Thematik und der Figuren. TOD ist sowieso meine Lieblingsfigur und ihn einmal außerhalb seines bisherigen Metiers zu erleben (abgesehen von seiner Zeit als richtiger Mensch) ist wunderbar.