Donnerstag, 25. Mai 2017

Vatertag oder Warum ich lese, was ich lese


Mai-Special

Als Kind hat man keinen eigenen Fernseher. Zumindest ich nicht und ich bin froh, dass auch mein neunjähriges Patenkind heute keinen hat. Trotzdem schaute ich gerne fern, natürlich, und wenn ich es also wollte, musste ich mich ins Wohnzimmer zu meinen Eltern setzen. Wir haben viele Kinderserien und -filme geschaut, alles altersgemäß und mit Reflexion durch Mama und Papa.

Wenn mein Papa aber wieder seine Science-Fiction-Serien und -filme schaute, was er oft und gerne tat, musste man mitschauen, wenn man alle seine Bücher durchgelesen hatte (was damals tatsächlich noch häufig vorkam). Enterprise und Star Trek waren mir schon in der Grundschule ein Begriff – und ich mochte es. Im Gegensatz zu meinen Freundinnen wusste ich, was Warp-Geschwindigkeit war, und dass Klingonen nun mal Klingonisch sprechen.

Ich verstand wahrscheinlich nichts von alledem, aber mein Papa wurde nicht müde, mir das hypothetische Weltall mit seinem noch aus der Schule vorhandenen Physikwissen zu erläutern. Ob von diesen Erklärungen etwas hängengeblieben ist, sei mal dahingestellt, aber noch heute faszinieren mich Schwarze Löcher und ich kann einfach nicht akzeptieren, dass die Zeit im Weltall langsamer laufen soll. (Schön und gut, die Atomuhr geht da vielleicht schneller, aber was hat das mit der von Menschen gemachten Zeiteinteilung zu tun? Ich bin offen für jeden, der sich mit mir und der Zeit auseinandersetzen will :-D Und ja, Stephen Hawking steht auch in meinem Regal.)

Welches die erste Dystopie ist, die ich gelesen habe, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Vielleicht war es Das Haus der Treppen in der achten Klasse. Damals hat es mich noch ein bisschen verstört, heute verstören Dystopien mich zutiefst und das mag ich an ihnen. Als eine Art Unterkategorie der Science-Fiction (über dieses Genre-Zeug lässt sich ja so wunderbar streiten) haben Dystopien mich gefesselt. Die theoretische Zukunft mit seinen Konflikten, die alle unsere Gesellschaften von heute spiegeln, ist genau das, worüber ich lesen will. Getreu dem Motto „The best books, he perceived, are those that tell you what you know already“ (George Orwell, 1984).

Mein Papa spricht auch gerne über solche Dinge. Konflikte, Entscheidungen zwischen dem einen und dem anderen Übel, Gesellschaft, Revolution, was wichtig ist, wie die Menschen so ticken. Die Hälfte davon ist „nur“ seine eigene Meinung, aber es ist schön, sich mit jemandem darüber auszutauschen. Und es ist schön, dass es Literatur und Filme darüber gibt. Ich persönlich bin ja Fan von The 100, der Serie, weil ich das Buch erst danach entdeckt habe. Diese wunderbar furchtbaren Entscheidungen, die getroffen und umgesetzt werden müssen, die Zerrissenheit, wie man mit den Menschen und sich selbst umgehen soll, die Gefahr, seinen niedersten, biologischen Instinkten zu verfallen. Dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, sondern alle Abstufungen von Grau enthält, nicht wie Worte auf Papier, sondern wie Schatten zu jeder Tages- und Nachzeit.

Zu alldem hat mich irgendwie mein Vater gebracht. Weil ich mit ihm solche Dinge im Fernsehen geschaut habe, weil in den Bücherregalen meines Elternhauses zum Beispiel Isaac Asimov steht. Weil wir über solche Dinge sprechen und diskutieren, weil wir beide irgendwie kleine Idealisten sind. Weil wir uns über Roboter, technologische Singularität und Gentechnik streiten. Und uns damit wohl fühlen.

Ich bin dankbar, dass mein Vater mir diese Dinge näher gebracht hat und mein Buchregal, meine Serienliste und mein Kopf mit diesen Dingen vollgestopft sind. Wahrscheinlich werden wir alle in unserem Leseverhalten beeinflusst von anderen und von Umständen und Gewohnheiten. Auch von eigenen Interessen, aber die haben sich auch durch andere entwickelt. Bei mir ist es mein Papa.

Dienstag, 23. Mai 2017

Lesetipps im Mai

Die Lesetipps im Mai sind zusammengeschustert aus den Empfehlungen von zwei Leuten.
Fangen wir an mit einem Buch von der lieben, besten Chrissy (Instagram @library_of_imaginations):


Julian Fellowes: Belgravia

Brüssel am 15. Juni 1815, der Abend vor der Schlacht bei Waterloo. Auf einem Ball begegnen sich Sophia und Edmund. Er ist der Nachkomme einer adeligen Familie, ihre Eltern mussten sich das Geld erarbeiten. Sie gehören nicht zusammen, aber das scheint egal.
Dann marschiert Napoleon ein und beide Familien stehen vor großen Problemen. Und ob Sophia und Edmund sich wiedersehen, ist ungewiss.







Machen wir weiter mit zwei Tipps von zwei Verrückten, die ich sehr lieb habe:

Isaac Asimov: Roboter-Visionen
(Was mein Papa auch empfehlen würde)

In einzelnen Kurzgeschichten erfindet Asimov die Welt von Morgen. Der Science-Fiction-Autor beschäftigt sich intensiv mit Robotern und der Aufstellung der drei Roboter-Gesetze, die das Miteinander von Robotern und Menschen regeln sollen. In den Geschichten untersucht der Autor selbst, wie die Gesetze außer Kraft gesetzt werden können.








Max Frisch: Homo Faber

Walter Fabers Welt ist rational und geordnet. Aber die Welt spielt da manchmal nicht mit und durch Zufall trifft er auf seine Vergangenheit. Mit der Zeit wird ihm klarer, was das Leben bereithält, wovor er sich aber versteckt hat. Dabei wirft der Autor Fragen nach dem Schicksal auf und der Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten.

Jetzt, wo ich das so höre, lese und schreibe, muss ich das wohl auch einmal lesen :-D







Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei :-)


Mittwoch, 10. Mai 2017

Morton Rhue: Die Welle

Wie ich endlich über die Welle las






Ich wollte das Buch schon lange lesen und habe es endlich geschafft. Man könnte sagen, aus aktuellem Anlass, aber es kommt einem vor, als bestünde der immer.

Handlung

An einer amerikanischen Highschool nimmt der Lehrer Ben Ross im Geschichtsunterricht den zweiten Weltkrieg durch. Nach einem Film über die Taten der Nazis sind seine Schüler schockiert, wie Menschen bei solchen Grausamkeiten nicht nur wegsehen, sondern sich ihnen sogar anschließen. Ben Ross unternimmt daraufhin ein Experiment in seiner Klasse: Er denkt sich eine eigene Bewegung aus – die Welle. Und ist fasziniert, was seine Schüler tun, nur um dazuzugehören. Das Experiment gerät völlig außer Kontrolle.

Meinung

Auch für den Leser ist es faszinierend, wie die Schüler Schritt für Schritt tiefer in den Strudel der Welle geraten. Dabei merken sie gar nicht, welche Parallelen zwischen ihnen und den ehemaligen Nationalsozialisten bestehen. Teilweise wirken Handlung und Gespräche dem Zweck entsprechend gestellt. Das tut der Botschaft allerdings keinen Abbruch. Wenn ich mir vergegenwärtige, dass die Handlung auf wahren Ereignissen basiert, wirkt das Buch bedrückend und beängstigend.

Die Handlung beginnt harmlos. Die Schüler sind entsetzt über die Gräueltaten im zweiten Weltkrieg und Ben Ross versucht, ihnen das Gefühl von damals näher zu bringen. Von Geschichtsstunde zu Geschichtsstunde gibt er den Jugendlichen neue Regeln vor, die sie zu befolgen haben. Er fängt leicht an, die Schüler sollen Haltung bewahren und ihre Antworten auf das Nötigste beschränken. Der Lehrer ist fasziniert davon, wie diszipliniert die Kinder plötzlich werden. Sie fangen an, die Welle als Gemeinschaft zu betrachten. Jeder in dieser Gemeinschaft wird respektiert und jeder ist gleich. Das bedeutet jedoch, dass alle außerhalb der Welle nicht gleich sind und auch nicht respektiert werden müssen. Die Jugendlichen aus dem Geschichtskurs versuchen, mehr Mitschüler für die Bewegung zu gewinnen. Bis sie vor Diszipliniertheit nicht mehr sehen, was sie wirklich tun.

Die Handlung baut sich also nach und nach auf und der Leser kann genau nachvollziehen, wie die Welle die Schüler mitnimmt. Die Geschichte wird von Kapitel zu Kapitel immer schneller, parallel zu den sich aufbauschenden Gefühlen. Gleichzeitig werden aber auch äußere Sichtweisen auf die Welle dargestellt. Laurie, ein Mädchen aus Ross‘ Unterricht, spricht mit ihren Eltern über die Bewegung. Vater und besonders Mutter äußern Bedenken gegenüber dem Experiment, das den Kindern eigenständiges Denken verbiete.

Die Hauptfigur lässt sich schwer ausmachen. Die Geschichte wird unter anderem aus der Sicht von dem Lehrer Ben Ross erzählt, der von dem Experiment mehr und mehr begeistert ist. Er verbringt seine ganze Freizeit mit der Planung der Welle und will zunächst nicht sehen, was er bei den Schülern anrichtet. Ihm ist klar, dass er die Macht über die Kinder nicht missbrauchen darf, aber er gibt auch zu, dass die Vorstellung verlockend ist. Hier wird der Leser nicht nur mit der Sicht der Schüler, die die Rolle der Bürger im zweiten Weltkrieg einnehmen, konfrontiert, sondern auch mit der des Machtinhabers, der fasziniert ist von der Disziplin, die ihm entgegen gebracht wird.

Die zweite Hauptfigur ist Laurie Sanders, Chefredakteurin der Schülerzeitung und Teilnehmerin des Geschichtskurses und somit auch des Experiments. Sie selbst und ihre Eltern bringen der Welle Skepsis entgegen. Sie sind der Gegenpol in der Geschichte. Laurie ist mit einem anderen Schüler aus dem Kurs zusammen, der ihre negativen Gedanken über das Experiment nicht verstehen möchte. Die Gespräche der beiden werden zur grundlegenden Diskussion über das Verhalten von Menschen innerhalb und außerhalb einer Bewegung wie des Nationalsozialismus. Die Dialoge bringen dabei schnell auf den Punkt, welche Argumente es gibt, und wirken dadurch etwas gekünstelt. Trotzdem erklären sie deutlich, wie die beiden sich fühlen.

Das Thema ist und bleibt aktuell. Der Roman macht deutlich, wie Menschen durch geschickte Führung zu Gedanken und Taten gebracht werden können, die sie selbst zuvor abgelehnt haben. In diesem Fall wird aber auch die Möglichkeit aufgezeigt, sich zu wehren und Bedenken zu äußern.
Der Plot ist insgesamt durch einen Spannungsbogen gekennzeichnet, doch er entbehrt der Action, die ich erwartet habe. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, trotzdem hat mir etwas gefehlt. Mit Schrecken stelle ich fest, dass mich die Geschichte nicht genug schockiert hat. Als Rezipient in der heutigen Zeit ist man ganz andere Handlungen, Wendungen und Grausamkeiten aus Büchern gewohnt. Vielleicht ist es dadurch aber doch eher möglich, Realität zu werden?

Deswegen fällt es mir schwer, eine Bewertung festzulegen. Subjektiv finde ich das Thema so wichtig und bin dennoch nicht gepackt. Objektiv steht wieder das Thema positiv im Fokus, die Umsetzung als Geschichte, Handlung und Dialoge hätte ich mir aber noch natürlicher vorstellen können. Textintern würde ich das Buch deswegen schlechter bewerten als textextern. In diesem Falle zählt aber unzweifelhaft die textexterne Ebene. Von daher gibt es hier vier von fünf Seifenblasen.

Und keine weiteren Gedanken. Lest das Buch und macht sie euch.

Sonntag, 30. April 2017

Drei Lesetipps im April

Die Lesetipps im April kommen von einer Freundin, die gute Geschichten genauso gerne mag wie ich. Vielleicht bekommt ihr ja Lust auf eins der Bücher :-)

Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte

Ellie könnte glücklich sein, wenn ihre Liebe nicht jemand anderem gehören würde. Als ihr zufällig ein alter Brief in die Hände fällt, ist sie fasziniert. Der Absender bittet seine große Liebe, alles für ihn aufzugeben und nach New York zu gehen. Ellie macht sich auf den Weg, herauszufinden, was aus dieser Liebe geworden ist. Wird sie selbst dabei glücklich?





Kathryn Stockett: Gute Geister

Stocket erzählt die Geschichte dreier Frauen, die 1962 in Mississippi leben. Skeeter, Aibileen und Minny fühlen sich in gesellschaftliche Normen gepresst und möchten etwas ändern. Sie verstoßen gegen die Konventionen und Vorstellungen ihrer Familien. Skeeter, weiß und privilegiert, freundet sich mit den beiden farbigen Hausmädchen an und schreibt ein bahnbrechendes Buch.










David Nicholls: Zwei an einem Tag

Der 15. Juli ist ein wichtiger Tag in Emmas und Dexters Leben. Sie lernen sich kennen und verbringen eine Nacht miteinander – dann trennen sich ihre Wege. Über Jahre denken sie aneinander und können sich nicht recht vergessen. Bis sie sich wieder treffen.

Freitag, 28. April 2017

Happy 69th Birthday, Terry Pratchett!

Heute wäre Terry Pratchett 69 Jahre alt geworden.
Ja, ich war vor gut zwei Jahren sehr traurig, als er starb.
Heute morgen habe ich einen Link von Penguin Books gefunden, der uns wieder verdeutlicht, was für ein intelligenter und cooler Typ er war :-D Man soll ja froh sein, dass etwas über passiert ist, und nicht traurig, dass es vorbei ist. Hm.

Jedenfalls hier der Link zu Life Lessons von Terry Pratchett:
https://www.penguin.co.uk/articles/features/2017/apr/life-lessons-from-terry-pratchett-discworld/

Und hier mein Bild zu meiner Lieblings-Life-Lesson meines Lieblingsautors:






Wenn Menschen sich wie Ratten verhalten, sind Ratten die besseren Menschen. Lest Maurice, der Kater! ;-)

Sonntag, 23. April 2017

Cover Love – Kleider machen Bücher

April-Special

Don't judge a book by its cover. Oder doch?

Es gibt ganz tolle Bücher, deren Cover total abschreckend sind. Ich persönlich finde diesen Trend mit den Großaufnahmen von weiblichen Gesichtern gar nicht so toll. Trotzdem liebe ich Panem. Dann gibt es Bücher, die haben richtig coole Cover, aber der Inhalt gefällt nicht. Zum Beispiel hat mich das Bild auf Die Flüsse von London direkt angesprochen, das Buch selber hat mich leider nicht so umgehauen.

Deswegen soll man ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen, auch da gibt es Trends und Fehlgriffe. Trotzdem ist es das, was man bei einem Buch als erstes sieht – Kleider machen Leute. Man bewegt sich durch die Buchhandlung (oder auch online durch Listen) und wird zunächst vom Cover angesprochen. Trends in einzelnen Sparten und Genres helfen in dem Falle auch, ähnliche Bücher zu finden, die einem gefallen könnten. Man sortiert schon vorher ein, was für Arten von Cover gehören zu welchen Büchern und welche davon mag ich?

In letzter Zeit lese ich auch wieder ein paar Krimis, insbesondere die Kaspary-Reihe von Ursula Poznanski. Krimi-Cover finde ich meistens eher langweilig, ein einzelnes Motiv zerbricht, liegt im Schatten oder ist blutverschmiert. Das hat mich bisher oft von Krimis abgeschreckt. Was falsch ist, aber der Mensch ist visuell geprägt ...

Welche Bücher ich mag, kann man hier oft genug lesen. Wer jetzt noch keine Ahnung hat, wird das aber in den 10 Covern sehen, die ich für euch vorbereitet habe. Cover Love, ab!


1. Heaven. Stadt der Feen von Christoph Marzi

Dieses Buch habe ich tatsächlich gekauft, weil mir das Cover so gut gefallen hat. Es glitzert ein bisschen oben in den Schnörkeln und das dezente Lila hat mich total angesprochen. Gut, natürlich hat mir dann auch der Klappentext gefallen.
Ich mag auch die Skyline, vor allem, weil sie von London ist. Das verschnörkelte Tor verspricht den Eingang in eine Geschichte, eine mystische (weil dunkel), magische (weil lila) Welt.

2. Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Bleiben wir direkt bei London. Die Flüsse von London sieht so cool aus! Ich mag London und eine Art Karte als Cover ist eine richtig tolle Idee! Die Lupe lässt auf ein Geheimnis oder etwas anderes schließen, das es zu finden oder aufzudecken gilt. Zusammen mit dem Klappentext hat mich das Buch direkt eingenommen. Leider war mir die Hauptfigur im Endeffekt nicht sympathisch. Das Cover hat leider seine Versprechungen für mich nicht gehalten.

3. Die Seiten der Welt von Kai Meyer

Schön ist es auch, wenn Reihen ähnlich oder gleich gestaltet sind. Die Seiten der Welt sind so wunderhübsch gestaltet! Die goldenen Linien sind mit Folie geprägt und bilden Muster, die zum Buch passen. In der Geschichte kommen auch Origami-Vögel vor, die tatsächlich fliegen können. Bisher konnte ich nur den ersten Teil lesen (und außerdem bin ich mir sicher, Kai Meyer hat auf einer Buchmesse mal gesagt, es bleibt ein Einteiler ... aber bei guten Büchern verzeiht man das ja ;-)). Die anderen beiden sind jedoch auch bald dran! Allein die drei Farben! So hübsch!



4. Shakespeare

Wunderschön anzusehen und ein richtiger Blickfang im Regal sind etwas ältere Ausgaben von Klassikern, die man eventuell auch gelesen hat :-D Ich mag Shakespeare ja gern, ein paar wenige Stücke habe ich gelesen. Und dieses Buch, das einfach in einem offenen Bücherschrank in Frankfurt am Main herum stand, ist sofort bei mir eingezogen! Die hübschen Schnörkel muten so schön edel und nostalgisch an und die Seiten sind so wunderbar vergilbt :-D

5. His Dark Materials von Philip Pullman

Diese Ausgabe aller drei Titel aus der Dark-Materials-Reihe (Der Goldene Kompass etc.) fesselt mich immer. Der Blick der Raubkatze fängt den Betrachter ein und ich kann es minutenlang anschauen. Die warmen Farben vermitteln ein wohliges Gefühl, während die dunkleren Farben am Rand mystisch wirken. Das Buch an sich ist unglaublich schwer, weil alle drei Teile darin sind. Man kann es nicht wirklich gut halten. Aber angucken ;-)


6. Das Juwel von Amy Ewing

Dieser lila-glitzernde Kleidertraum für die Mädchen in uns hat auch mich angesprochen. Die Farbe ist wundervoll, weil sie nicht so grell und pinkig ist, aber trotzdem ein bisschen Kitsch vermittelt. Gut, das Genre hat mich ja sowieso überzeugt, ich kann bei Dystopien schlecht Nein sagen. Diese Kombination aus glitzernder Hülle und relativ brutaler Geschichte musste in mein Regal! Da führt das Cover auch erst einmal in die Irre. Es liegt auch im Trend der Abbildungen von den weiblichen Hauptfiguren.



7. Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Genau wie dieses oben bereits erwähnte. Der Trend mit den Gesichtern ebbt etwas ab (oder?), aber sie sind auf jeden Fall in meinem Regal überrepräsentiert. Diese Cover gefallen mir eigentlich nicht so, denn sie sagen wirklich wenig über den Inhalt aus. Ich bin so froh, Die Tribute von Panem trotzdem gelesen zu haben! Ich liebe sie!


8. Cinder von Marissa Meyer

Genau, wie ich diese Reihe liebe! Und das Cover! Im Gegensatz zur deutschen Panem-Ausgabe gibt diese englische Ausgabe vom ersten Teil der Lunar-Chronicles den Inhalt schon wieder: Cinder ist ein Cyborg, ein Mensch verbessert durch Roboter, aber sie versteckt diesen Teil von sich. Außerdem ist die Geschichte an Cinderella, also an Aschenputtel, angelehnt. Aaach ich liebe die Lunar Chronicles :-D Die deutschen Cover gefallen mir übrigens nicht so.

9. The Wizard of Oz von L. Frank Baum

Die Puffin-Chalk-Editionen vom Penguin Verlag sind so schön! Es gibt sie von verschiedenen Kinderbuchklassikern. Dieses sprang mich in einem Laden in San Francisco bei Ashbury and Heights an und ich habe es noch in meinen Koffer gequetscht. Die anderen Bücher werde ich mir auch noch irgendwann holen. Besondere Ausgaben von Klassikern sind toll, besonders Kinderbuchklassiker!

10. Furthermore von Tahereh Mafi

Dieses Cover ist so super bunt, das gefällt mir! Zusätzliches geht es genau darum auch in der Geschichte. Alles ist bunt und versprüht Farbe – außer Alice, die völlig weiß ist und aus der Mitte ihrer Welt heraussticht. Das Buch kann ich nicht nur vom Cover, sondern auch vom Inhalt her empfehlen.

Das sind die Cover aus meinem Regal, die mir besonders gefallen und die mir ins Auge gestochen sind. Welche sind eure Lieblingscover? Könnt ihr meine Meinung zu Panem und Die Flüsse von London teilen oder habt ihr da ganz andere Gedanken? Sucht ihr eure Lektüre nach Covern aus oder lasst ihr euch davon gar nicht beeindrucken, weil man eben ein Buch nicht nach dem Äußeren beurteilen soll?



Montag, 17. April 2017

Frohe Ostern!

Liebe Bücherhasen, ich wünsche euch frohe Ostern!
Dieses Jahr habe ich ein schokoladiges Kaninchen von Karfreitag bis Ostermontag auf Instagram in meiner Story begleitet. Die ganze Geschichte hier: ;-)

video

Samstag, 15. April 2017

Ursula Poznanski: Stimmen

Dritter Teil der Beatrice-Kaspary-Reihe, enthält Spoiler zum vorigen Teil
Zum ersten Teil: Fünf
Zum zweiten Teil: Blinde Vögel





Wie ich von der Hauptfigur überrascht wurde

Handlung

Auf der Traumastation einer Psychiatrie wird ein Arzt tot aufgefunden. Auf seinem Körper sind merkwürdige Gegenstände drapiert, Plastikmesser, ein Kamm und ein Stift bilden ein Muster. Auf den Gegenständen sind die Abdrücke einer Patientin. Doch diese Patientin ist völlig teilnahmslos, ohne eigenen Antrieb und spricht nicht. Kann sie wirklich etwas mit dem Mord zu tun haben? Je tiefer die Ermittlerin Beatrice Kaspary gräbt, desto gefährlicher wird dieser Fall für sie selbst. Dabei hat sie in ihrem Privatleben noch ganz andere Probleme.

Meinung

Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin ein Poznanski-Fan. Wie die beiden Romane vorher hat mich auch der dritte Teil dieser Krimi-Reihe gepackt. In gut einer Woche durchgelesen, bei meinem derzeitigen Pensum ein Rekord. Ich sage Krimi, weil es für mich kein richtiger Thriller ist, auch wenn es vorne drauf steht. Trotzdem spannend und mitreißend!

Die Handlung ist wie in den Teilen zuvor: Wer auf atemlose Action steht, kommt wahrscheinlich nicht auf seine Kosten. Stattdessen begleitet der Leser Beatrice auf ihrer Wahrheitssuche, die auch schon mal am Schreibtisch stattfindet. Langweilig wird es aber nie: Im genau richtigen Abstand geschehen neue Dinge, wendet sich die Geschichte, erkennt Beatrice die Zusammenhänge. Der Fall gestaltet sich extrem undurchsichtig und jeder noch so kleinen Spur muss nachgegangen werden. Insgesamt hat mich dieser Teil sogar wieder mehr gepackt als der zweite, der Schauplatz Psychiatrie ermöglicht so einige interessante Szenen. Zusätzlich entwickelt sich die Beziehung zwischen Beatrice und ihrem Kollegen Florin. Doch ihr Exmann schafft es trotzdem, sich brutal in ihr Leben einzumischen.

Die Hauptfigur Beatrice kam mir im zweiten Teil eher unscheinbar vor. Dafür macht sie in diesem Buch einen Sprung. Sie entwickelt mehr Persönlichkeit und lässt sich nicht mehr alles gefallen. Dabei gebärdet sie sich manchmal etwas impulsiv, was nicht unbedingt positiv ist. Es lässt sie dafür menschlich erscheinen und gibt der Figur eine zusätzliche Note. Ihre weibliche, zurückhaltende, nachdenkliche Art bleibt jedoch, sie nimmt sich selbst noch öfter zurück und lässt andere manche Entscheidungen treffen. Wenn es aber um den Fall geht, schreckt sie vor keinen Ermittlungen zurück. Florin bleibt in seiner typischen, zuvorkommenden Beschützerrolle, und das ist gut so.

Wer in diesem Teil besonders durch Charaktere besticht, sind die Ärzte und Patientin der Traumastation. Ihre unterschiedlichen Arten und Krankheiten geben ein spannendes Bild. Auch die anderen Polizisten bekommen weitere Eigenschaften zugeschrieben, vor allem Beatrices Chef kann der Leser hier von einer anderen Seite betrachten. Trotzdem steht der Fall im Vordergrund.

Insgesamt handelt es sich also um einen spannenden Krimi, der zum einen durch einen interessanten und kniffligen Fall besticht, zum anderen durch die Figuren. Verschiedenste Charaktere von Polizisten, Ärzten und Psychiatriepatienten formen ein vollständiges Bild aus möglichen Eigenschaften. Was mich außerdem quasi an den Roman gekettet hat, ist die Entwicklung von Beatrices und Florins Beziehung.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!


Samstag, 8. April 2017

Quartal Eins – Rück- und Ausblick

Über drei Monate ist 2017 schon alt, ein Viertel des Jahres ist um.
Und hier gab es in den ersten 70 Tagen einiges an Buchliebe.

Gelesen

Die Verwandlung von Franz Kafka habe ich gelesen, als ich bei meinen Eltern zu Hause war und mein eigentliches Current Read vergessen hatte. Die Verwandlung stand schon länger in meinem Regal, ich hatte es von einer Freundin bekommen, die es aussortiert hat. Ich wollte das Buch nicht im eigentlichen Sinne rezensieren, aber meine Interpretation und Gedanken dazu teilen.

The Bone Season von Samantha Shannon, das ich eigentlich zu dem Zeitpunkt gelesen hatte, hatte ich von einer sehr lieben Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen. Sie mag das Buch sehr gerne und auch mir hat es gut gefallen.

Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hatte gar nicht viel erwartet und brauchte auch ein paar Seiten, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Aber dann habe ich das Buch sehr schnell durchgelesen.

Blinde Vögel von Ursula Poznanski ist der zweite Teil einer Krimi-Reihe, die mir auch sehr zusagt. Ich mag den Schreibstil der Autorin und vor allem ihre Jugendbücher. Auch die Krimis für Erwachsene sind spannend, trotzdem gefiel mir der erste Teil besser. Der dritte wartet aber schon im Regal!

Das Café am Rande der Welt von John Strelecky war ein echter Lese-Quickie! Gerade einmal gut zwei Stunden habe ich gebraucht, nur wenig mehr als die Zugfahrt an dem Tag. Das Buch ist ein ganz anderes als die, die ich sonst lese. Und es hat mich auf den Weg geschickt.

Empfohlen

Ich frage immer Freunde und Bekannte nach Lesetipps. Bisher hat eine sehr gute Freundin drei Bücher empfohlen: Der Märchen-Erzähler – Sieben Minuten nach Mitternacht – The Uncommon Reader. Sieben Minuten nach Mitternacht will ich ja auch unbedingt noch lesen! Im Studium habe ich davon schon Gutes gehört.
Meine (leider ehemalige) Mitbewohnerin aus Frankfurt hat mir ihre Lieblingsautorin empfohlen: Nele Neuhaus. Für Krimi-Fans ein Must-Try!

Zitiert

Die Zitate zum Wochenstart stammen meist aus meinen Current Reads. Wenn ich lese und mir fallen Sätze auf, die ich toll finde, dann lasse ich euch daran teilhaben :-)

Geschrieben

Eins der Specials beschäftigte sich auch mit Zitaten. Im März ging es um wundervolle Sätze rund um die Buchwelt von Menschen aus genau dieser Buchwelt. Sätze, die man nicht vergessen möchte, die man sich in seinen Kalender schreibt, die man am liebsten mit der knalligsten Farbe für jedermann sichtbar an eine hohe Hauswand sprühen möchte.
Das andere Special beschäftigt sich mit ersten Sätzen. Was gibt es für erste Sätze in Büchern? Was verraten sie? Machen sie neugierig auf die Geschichte? Wie sollte so ein erster Satz sein?

Gesehen

Ich glaube es war noch Januar, als ich Passengers im Kino gesehen habe. Von der Vorschau habe ich mir sehr viel versprochen. Der Film war auch gut, keine Frage, sehr spannend und sehr emotional, von den Schauspielern sehr gut umgesetzt. Trotzdem hatte ich noch mehr erwartet. Mehr Gedanken, mehr existentielle Fragen. Die will ich dem Film zwar nicht komplett absprechen, aber … ja. Mehr wäre schön gewesen.

Die Tage habe ich Ghost in the Shell gesehen. Nachdem ich die Vorschau gesehen hatte (und zwar als ich in Passengers war), wusste ich: Ich muss diesen Film sehen. Eine dystopische Zukunft, in der Menschen und Roboter verschmelzen und die Hauptfigur den Sinn ihres Lebens hinterfragt. Toll! Ghost in the Shell ist ein sehr bildgewaltiger Film, die Szenen sehen extrem cool aus, die Stadt mit den Hochhäusern und der bunt flimmernden Werbung zwischen den Gebäuden, keine einzige Pflanze weit und breit. Beeindruckend. Auch die Figuren und die Story haben mir gefallen. Allerdings könnte er noch ein wenig mehr Tiefgang haben. Die Identitätsfragen, die Diskussion darum, was menschlich ist, wie viel Mensch ein Mensch braucht und was Roboter sind, könnte noch mehr angefacht werden.

An Serien habe ich mit Dr. Who angefangen – endlich! Und jetzt hat Amazon Prime die Serie einfach wieder kostenpflichtig gemacht und auf Netflix gibt es erst die Folgen ab der sechsten Staffel, ich bin noch in Staffel drei. Also wird das wohl warten müssen, bis es wieder kostenlos ist. Die Serie gefällt mir aber sehr gut! Sie hat eine gute Mischung aus Spannung, Witz und Tiefgang, die Kultserie ist ein Muss für Science-Fiction-Fans!

Außerdem habe ich in der Woche, in der ich so schrecklich krank war, mit Pretty Little Liars angefangen. Die Serie hat totales Suchtpotential und ich bin auch hier in der dritten Staffel. Es ist so spannend, wie die vier Mädels versuchen herauszufinden, wer A ist und wer Alison umgebracht hat! In manchen Momenten ist es mir fast zu spannend :-D

Zurzeit lese ich Stimmen von Ursula Poznanski, davon hört ihr als nächstes :-)





Ich wünsche euch weiterhin ein tolles Bücherjahr 2017!!!